Digitales Gedenkbuch der NS-„Euthanasie“-Opfer – Opferliste

 

Den Opfern ihre Namen und ihre Persönlichkeit zurückgeben

Mit der Veröffentlichung ist die Erwartung verbunden, dass Angehörige sich über das NS-„Euthanasie“-Opfer aus den eigenen Familien informieren können – und vielleicht mit Ergänzungen beitragen, deren Leidensweg zu dokumentieren.

Für viele Opfer existieren Stand heute [08.01.2026] nur die Lebensdaten und noch keine Kurzbiografie. Diese Biografien sind in Arbeit und werden nach und nach erweitert. Sollte für ein Opfer noch keine Biografie vorhanden sein wenden Sie sich trotzdem gerne an die Arbeitsgruppe, wir haben viele Unterlagen verfügbar und können relativ sicher eine Auskunft geben.

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Opferliste Landkreis Biberach

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A

Aich, Eugen - Ingoldingen

Geboren am: 1. Mai 1897
Geburtsort: Ingoldingen
Beruf: Schreinergeselle
Einrichtung: Heilanstalt Schussenried
Datum der Deportation: 14. Juni 1940
Sterbedatum: 14. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Eltern: Vinzenz Aich und Kreszenz geb. Zinsmeister in Ingoldingen.

Eugen Aich war der Sohn des Bierbrauers und Zieglers Vinzenz Aich, gebürtig aus Baustetten, und verheiratet mit der aus Ingoldingen stammenden Kreszenz Zinsmeister. Das Paar hatte vier Kinder, eine Tochter und drei Söhne. Alle drei Söhne wurden 1914 zum Kriegsdienst eingezogen. Ein Sohn kehrte aus dem Ersten Weltkrieg nicht zurück, er fiel am 18. Oktober 1915.

Eugen Aich meldete sich gleich zu Kriegsbeginn am 1. August 1914 als 17-Jähriger freiwillig und kam in das Bayerische Infanterieregiment Nr. 20, das in Lindau und Kempten stationiert war. Am 22. September 1916 wurde er leicht verwundet. Nach dem Waffenstillstand von 1918 kehrte er, weitgehend körperlich unversehrt, in sein Elternhaus zurück, wie auch sein älterer Bruder Josef Anton.

Eugen Aich wurde 1925 mit 28 Jahren das erste Mal in die Heil- und Pflegeanstalt Schussenried eingewiesen, die er ein Jahr darauf wieder verlassen konnte. Am 29. März 1927 erfolgte die zweite Einweisung.

Obwohl dem gelernten Schreinergesellen von der Anstaltsleitung eine Arbeitsfähigkeit von 70 Prozent bescheinigt wird, wurde er am 14. Juni 1940 mit 43 Jahren nach Grafeneck deportiert und ermordet. Auf der Verlegungsliste wurde angegeben, dass die Angehörigen „unbekannt“ seien, und als amtliches Todesdatum wurde der „4. Juli 1940“ vermerkt.

Schicksal erforscht von Karin Schöntag und veröffentlicht in ‚Der Winterstetter‘ im Januar 2019.

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 5 Nr. 36.
  • „Verlegungsliste“ nach Grafeneck vom 14.06.1940 mit dem Namen von Eugen Aich an erster Stelle der Namensnennungen. Aus: Sammlung Schussenried, Teil II. Aufstellung Nr. 1247, A). Männer, Bl. 1).
  • Familienregister Ingoldingen Band 2, Fol. 4, katholisch.
  • Schöntag, Karin: Den Opfern einen Namen geben, Euthanasie im Nationalsozialismus, in: Der Winterstetter (2019), Heft Januar, S. 2-4.

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Angele, Maria Magdalena - Orsenhausen

Geboren am: 5. April 1885
Geburtsort: Orsenhausen
Beruf: Dienstmagd / Dienstmädchen
Einrichtung: Heilanstalt Schussenried
Datum der Deportation: 7. Juni 1940
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Eltern: Mathias Angele, Söldner in Orsenhausen, und Kreszenz, geb. Kuhn.

Die Mutter Kreszenz Angele ist wenige Tage nach der Geburt von Maria Magdalena Angele am 9. April 1885 verstorben. Der Vater hat im Jahr darauf wieder geheiratet. In der ersten Ehe hatte das Ehepaar fünf Kinder, von denen im August und September 1891 ein Junge und ein Mädchen gestorben sind. In der zweiten Ehe hatte Matthias Angele mit seiner neuen Ehefrau dann nochmals mindestens sechs Kinder.

Fünf Jahre nach der zweiten Heirat des Vaters, im Jahr 1891, ist die Familie von Orsenhausen in das nahegelegene Hörenhausen bei Schwendi gezogen. Maria Magdalena Angele war zu diesem Zeitpunkt sechs Jahre alt und hatte noch drei ältere Geschwister, zwei Brüder und eine Schwester.

Bei der ersten Aufnahme in die Heil- und Pflegeanstalt Schussenried am 31. August 1908 wurde als Wohnort von Maria Magdalena Angele Ulm und der Beruf mit Dienstmagd angegeben. Von Schussenried wurde sie am 20. September 1925 in die bayrische Heil- und Pflegeanstalt Irsee bei Kaufbeuren verlegt. Am 9. September 1929 wurde sie zum zweiten Mal auf Ansuchen der Angehörigen in die Heil- und Pflegeanstalt Schussenried aufgenommen.

Am 7. Juni 1940 wurde Maria Magdalena Angele nach Grafeneck deportiert und ermordet. Sie war 55 Jahre alt.

Erarbeitet von BR, StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen. Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 12 Nr. 30.
  • Sammlung Schussenried: Verlegungslisten. Archiv ZfP Bad Schussenried, Teil II, Aufstellung Nr. 1247, Liste B). Frauen, B. 1) und 2), die „am 7. Juni 1940 verlegt“ wurden (60). 
  • Geburtsregister Standesamt Orsenhausen 1885 Nr. 3, Randvermerk mit gefälschtem Sterbedatum in Grafeneck.

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

App, Johanna - Andelfingen

Geboren am: 24. Mai 1875
Geburtsort: Andelfingen
Beruf: –
Einrichtung: Heil- und Pflegeanstalt Liebenau
Datum der Deportation: 29. Juli 1940
Sterbedatum: 29. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Mutter: Johanna App aus Andelfingen, Vater unbekannt.

Johanna Apps Großvater Michael App stammte aus Ertingen und war in Andelfingen mit Maria Ursula Springer verheiratet. Er war Schuhmachermeister. Die Familie hatte zehn Kinder, Johanna Apps Mutter (*1838) war das älteste Kind. Der Großvater ist 1870, die Großmutter 1880 verstorben.

Johanna App war ein uneheliches Kind, ohne Angaben zum Vater. Sie hatte zwei ältere, ebenfalls uneheliche Halbgeschwister, jeweils von verschiedenen Vätern. Eines davon war als Baby verstorben. Die Mutter von Johanna App, auch eine Johanna App, ist 1909 in der Schweiz verstorben, vermutlich hatte sie bei ihrer älteren Halbschwester Paulina Woehrle in St. Gallen gelebt.

Johanna App kam am 9. November 1926 in die Heil- u. Pflegeanstalt Liebenau, sie war Anfang 50. Was sie beruflich gemacht und wo sie vorher gelebt hatte ist nicht bekannt.
Am 2. Juli 1940 wurde sie in die Zwischenanstalt Schussenried verlegt. Von dort wurde sie am 29. Juli 1940 nach Grafeneck deportiert und am gleichen Tag ermordet. Sie war 65 Jahre alt.

Erarbeitet von BR, StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen. Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Sammlung Schussenried: Verlegungslisten. Archiv ZfP Bad Schussenried, Teil II, Aufstellung Nr. 1247, Liste B). Frauen, die „am 2. Juli 1940 aus der Anstalt Liebenau in die HA Schussenried verlegt“ und am 29.07.1940 deportiert wurden.
  • Friedel, Josef H.: Gegen das Vergessen, die NS-Verbrechen an Menschen der Stiftung Liebenau, Teil 1: Dokumente zum Euthanasiegeschehen. Meckenbeuren 2009.
  • Friedel, Josef H.: Gegen das Vergessen, die NS-Verbrechen der Euthanasie an Menschen der Stiftung Liebenau. Meckenbeuren 2018. Hier besonders: Die Liebenauer Euthanasie-Opfer, S. 43-57.

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Assfalg, Ida - Eberhardzell

Geboren am: 2. März 1887
Geburtsort: Eberhardzell
Beruf: Näherin, Hausfrau
Einrichtung: Heil- und Pflegeanstalt Liebenau
Datum der Deportation: 2. Oktober 1940
Sterbedatum: 2. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Ehemann: Johann Georg Assfalg, Lokomotivheizer, später Reservelokomotivführer in Aulendorf, aus Grundsheim bei Ehingen stammend.
Eltern: Leonhard Rothmann, Taglöhner in Eberhardzell und Ottilia geb. Sproll.

Ida Assfalgs Mutter Ottilia Sproll verh. Rothmann war eine Cousine von Bischof Johannes Baptista Sproll, der wie Ottilia Sproll in Schweinhausen geboren wurde. Auch Bischof Johannes Baptista Sproll war ein Opfer der Nationalsozialisten, er wurde 1938 aus seiner Diözese verwiesen und konnte erst 1945 zurückkehren.

Der Vater von Ida Assfalg, Leonhard Rothmann, war dreimal verheiratet, die Mutter Ottilia Sproll war die dritte Ehefrau. Ida Assfalg hatte vier ältere Halbgeschwister und drei Vollgeschwister. Vier der Geschwister sind jung verstorben.

Am 11. August 1914 hat Ida Assfalg geb. Rothmann den Lokomotivheizer Johann Georg Assfalg aus Aulendorf geheiratet. Der Beruf von Ida Assfalg bei der Heirat war Näherin.

Im Mai 1927 hat Ida Assfalg eine Tochter Elisabeth geboren. Das Kind ist am gleichen Tag verstorben. Von 07. Januar 1928 an war Ida Assfalg bis zum 04. April 1928 in der Heilanstalt Weissenau. Sie wurde gebessert entlassen. Am 10. Oktober 1929 kam sie wieder in die Heilanstalt Weissenau. Laut den Akten aus der württ. Patientenkartei hatte sie vier Kinder, drei davon waren am Leben bei Ihrer Einweisung. Am 02. April 1931 wurde Ida Assfalg in die Heil- und Pflegeanstalt Liebenau verlegt. Sie war bis zu Ihrer Deportation am 2. Oktober 1940 dort. An diesem Tag wurde Sie von Liebenau mit einem roten Postbus der „Gemeinnützingen Kranken-Transport GmbH“ nach Grafeneck deportiert. Dort wurde Sie am gleichen Tag mit Gas ermordet. Ida Assfalg geb. Rothmann war 53 Jahre alt.

Im Archiv der heutigen Stiftung Liebenau befindet sich ein Brief Ihrer Familie, der nach der Todesnachricht aus Grafeneck dorthin geschrieben wurde. Es geht um die persönlichen Sachen der Mutter. Die Tochter Paula würde kommen und die Sachen abholen.

Erarbeitet von StS

Quellen/Literaturangaben

– Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
– Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 16 Nr. 48.
– Standesamtsnachrichten in Verbo Schussen-Bote : Oberschw. Morgenblatt, Ausgabe vom 9. Juni 1927, Seite 8.
– Friedel, Josef H.: Gegen das Vergessen, die NS-Verbrechen an Menschen der Stiftung Liebenau, Teil 1: Dokumente zum Euthanasiegeschehen. Meckenbeuren 2009.
– Friedel, Josef H.: Gegen das Vergessen, die NS-Verbrechen der Euthanasie an Menschen der Stiftung Liebenau. Meckenbeuren 2018. Hier besonders: Die Liebenauer Euthanasie-Opfer, S. 43-57.

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Assfalg, Karl - Tiefenbach

Geboren am: 26. Oktober 1891
Geburtsort: Tiefenbach
Beruf: Bauer
Einrichtung: Heilanstalt Schussenried
Datum der Deportation: 14. Juni 1940
Sterbedatum: 14. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Ehefrau: Agathe, geb. Gaiser aus Hagenbuch. Eltern: Franz Xaver Assfalg, Bierwirth in Tiefenbach am Federsee, und Rosina, geb. Schäzle.

Karl Assfalg war das zwölfte von dreizehn Kindern. Von diesen Kindern sind fünf jung verstorben. Zwei Geschwister sind nach Amerika ausgewandert. Die anderen Geschwister waren in Tiefenbach, Konstanz und St. Gallen verheiratet.

Karl Assfalg war Teilnehmer im 1. Weltkrieg. Er wird einmal in den Deutschen Verlustlisten verzeichnet. Auf der Ehrentafel der Gemeinde Tiefenbach (Federsee) ist er nicht aufgeführt.

Im November 1933 hat Karl Assfalg Agathe Gaiser aus Hagenbuch bei Biberach geheiratet. In Hagenbuch hat das Ehepaar dann gelebt und in der Landwirtschaft gearbeitet.

Karl Assfalg wurde am 17. Juli 1935 in der Heil- und Pflegeanstalt Schussenried aufgenommen und am 23. August 1935 als gebessert nach Hause entlassen. Er war zuvor wohl schon zwei Jahre krank gewesen. Am 10. April 1937 wurde er zum zweiten Mal in Schussenried aufgenommen und am 14. Juni 1940 nach Grafeneck deportiert und noch am gleichen Tag ermordet. Er war 48 Jahre alt.

Für Karl Assfalg erschien am 15. Juni 1940 eine Traueranzeige in der Vereinigten Bodenseezeitung (Verbo, Biberach), in der auf einen Trauergottesdienst in der Biberacher Stadtpfarrkirche verwiesen wurde. Die Ehefrau hatte die Urne angefordert, die dann in „aller Stille“ auf dem Katholischen Friedhof beigesetzt worden war.

Bemerkenswert ist der mutige Eintrag des Tiefenbacher Pfarrers: Im Nachtrag über den Tod von Karl Assfalg notierte er im Familienregister „1941 Grafeneck verbrannt!!!“.

Erarbeitet von BR, StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 16 Nr. 47.
  • Sammlung Schussenried: Verlegungslisten. Archiv ZfP Bad Schussenried, Teil II, Aufstellung Nr. 1247, Liste, A). Männer, Bl. 1) und 2), die „am 14. Juni 1940 verlegt“ wurden (55).
  • Traueranzeige der Ehefrau Agathe und den Angehörigen vom 15. Juni 1940. (Vereinigten Bodenseezeitung (Verbo, Biberach) vom 15. Juni 1940, S. 8)
  • Kath. Familienregister Tiefenbach Band 3, Fol. 75, Kind Nr. 12: Eintrag des Pfarres im Familienregister zum Tod von Karl Assfalg: „1941 Grafeneck verbrannt!!!“.

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Assfalg, Maria Theresia - Biberach

Geboren am: 11. August 1886
Geburtsort: Biberach
Beruf: Arbeiterin
Einrichtung: Heil- und Pflegeanstalt Liebenau
Datum der Deportation: 30. August 1940 Zwischenanstalt Zwiefalten
Sterbedatum: 24. September 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Eltern: Johann Baptist Assfalg, Maurermeister in Rißegg, und Marie Magdalene, geb. Haas.

Maria Theresia Assfalg, genannt Ida, war Näherin, ledig und lebte in Ludwigsburg, später in Esslingen. Sie war 1913, mit 27 Jahren, für kurze Zeit in der Heilanstalt Pfullingen, von wo sie als „gebessert“ beurlaubt wurde. Vom 22. August 1921 bis zum 8. November 1935 war sie in der Heilanstalt Winnenden. Am 8. November 1935 erfolgte dann die Verlegung in die Heil- und Pflegeanstalt Liebenau. Von dort kam sie am 30. August 1940 mit einem Transport von insgesamt 75 Personen in die Zwischenanstalt Zwiefalten. Zusammen mit 54 weiteren Kranken wurde sie am 24. September 1940 nach Grafeneck deportiert und am gleichen Tag ermordet.

Die Sterbeurkunde notiert fälschlicherweise den 7. Oktober 1940 als Todestag und als Sterbeort Brandenburg.

Maria Theresia Assfalg wurde 54 Jahre alt.

Erarbeitet von BR, StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Winnentaler Patientenkartei, Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 16 Nr. 56.
  • Taufregister Biberach an der Riß (katholisch), 1886, Nr. 89.
  • Silberzahn-Jandt, Gudrun: Esslingen am Neckar im System von Zwangsterilisation und „Euthanasie“ während des Nationalsozialismus, Strukturen, Orte, Biographien. Ostfildern 2015, S. 241.
  • Friedel, Josef H.: Gegen das Vergessen, die NS-Verbrechen der Euthanasie an Menschen der Stiftung Liebenau. Meckenbeuren 2018, hier: Die Liebenauer Euthanasie-Opfer, S. 43-57.

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Assfalg, Wilhelmine - Unlingen

Geboren am: 16. August 1929
Geburtsort: Unlingen
Beruf: –
Einrichtung: Kinderasyl Ingerkingen
Datum der Deportation: 1. Oktober 1940 
Sterbedatum: 1. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Nach Oben

B

Bader, Albert - Laupheim

Geboren am: 15. Mai 1875
Geburtsort: Laupheim
Beruf: Werkzeugarbeiter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 14. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Baldauf, Rudolf - Englisweiler

Geboren am: 25. November 1908
Geburtsort: Englisweiler
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 25. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Bangert, Anna - Neckarsulm

Geboren am: 18. Mai 1894
Geburtsort: Neckarsulm
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 23. August 1940
Todesort: Grafeneck

Bank, Johann von - Aufhofen

Geboren am: 22. Juni 1894
Geburtsort: Aufhofen
Beruf: Dienstknecht
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 14. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Bartholomae, Oskar - Riedlingen

Geboren am: 18. November 1869
Geburtsort: Riedlingen
Beruf: Kaufmann
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 14. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Baur, Josef - Altheim (Riedlingen)

Geboren am: 27. November 1874
Geburtsort: Altheim (Riedlingen)
Beruf: Bierbrauer und Metzger
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 5. August 1940
Todesort: Grafeneck

Beck, Karl - Mettenberg

Geboren am: 22. März 1909
Geburtsort: Mettenberg
Beruf: Dienstknecht
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 20. Mai 1940
Todesort: Grafeneck

Berkmüller, Magdalene - Altheim (Biberach)

Geboren am: 10. Februar 1903
Geburtsort: Altheim (Biberach)
Beruf: Krankenschwester / Schlosserfrau
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Berner, Alfons - Bad Buchau

Geboren am: 25. Mai 1902
Geburtsort: Bad Buchau
Beruf: Lehrer, Schulpraktikant
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 2. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Bitterwolf, Friedrich - Laupertshausen

Geboren am: 22. April 1897
Geburtsort: Laupertshausen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Bleher, Johannes - Schammach, Rückkehrer

Geboren am: 18. November 1887
Geburtsort: Schammach
Beruf: Landwirt
Einrichtung: Heilanstalt Schussenried, Heilanstalt Zwiefalten
Datum der Deportation: 29. Oktober 1940 (nach Zwiefalten)
Sterbedatum: 13. Mai 1959
Todesort: Zwiefalten

Abbildungen und Bildunterschriften

Blersch, Konrad - Uttenweiler

Geboren am: 21. August 1905
Geburtsort: Uttenweiler
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Bochtler, Karl - Äpfingen

Geboren am: 14. September 1904
Geburtsort: Äpfingen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Bochtler, Maria Anna - Winterstettenstadt

Geboren am: 20. Oktober 1897
Geburtsort: Winterstettenstadt
Beruf: Landwirtsfrau
Einrichtung: Heilanstalt Schussenried
Datum der Deportation: 7. Juni 1940 
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie
Ehemann: Vincenz Bochtler, Bauer in Winterstettendorf
Eltern: Johann Steinhauser, Bauer und Krescenz geb. Kurray, Winterstettenstadt

Maria Anna Steinhauser war die Tochter des Winterstetter Bauern Johann Georg Steinhauser und seiner Ehefrau Kreszentia, geb. Kurray. Es ist anzunehmen, dass die Tochter Maria Anfang des 20. Jh. wie alle ihre weiblichen Geschlechtsgenossinnen aufwuchs, geprägt von dörflichen Strukturen und dem katholischen Umfeld. Im Alter von 25 Jahren heiratete sie den Dorfer [=Winterstettendorf] Bauern Vinzenz Bochtler. Der erste Sohn, nach dem Vater Vinzenz genannt, kam 1923 zur Welt. Schon ein Jahr später wurde Tochter Josefa geboren und im September 1929 folgte der zweite Sohn Karl. Das jüngste Kind war gerade 5 Monate alt, als Maria im Februar 1930, traumatisiert durch die häuslichen Verhältnisse, in die Heilanstalt Schussenried eingeliefert wurde. Nach einem Treppensturz hatte sie eine Fehlgeburt. Die emotional schwierige familiäre Situation, drei kleine Kinder und die Landwirtschaft, überforderten die junge Frau. Sie wurde psychisch krank. Da sie nicht mehr wie erwartet funktionierte, brachte man sie in das PLK (Psychiatrisches Landes Krankenhaus). Zehn Jahre verbrachte Maria Anna Bochtler dann in der Heilanstalt Schussenried.
Dort bekam sie die laufende Nr. 13 der Liste A. Spalte 6a) 0% arbeitsfähig und b) (+) lebensunwert!
Der Eintrag, dass Maria Bochtler in Grafeneck gestorben war, datiert vom 28. Juli 1940. „Verlegt“ wurde sie von Schussenried am 7. Juni 1940 nach „unbekannt“ (siehe Liste A). Ihr wahrer Todestag!
Maria Anna Bochtler geb. Steinhauser ist im Gedenk- und Namenbuch Grafeneck eingetragen.

Schicksal erforscht von Karin Schöntag und veröffentlicht in ‚Der Winterstetter‘ im Januar 2019.

Sie war 42 Jahre alt.

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 77-59.
  • Schöntag, Karin: Den Opfern einen Namen geben, Euthanasie im Nationalsozialismus, in: Der Winterstetter 38 (2019), Heft Januar, S. 2-4.

Abbildungen und Bildunterschriften

Böhm, Hedwig - Eberhardzell

Geboren am: 04. Oktober 1874
Geburtsort: Eberhardzell
Beruf: Schneiderin
Einrichtung: Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch, Kreispflegeanstalt Weinheim
Datum der Deportation: 30. April 1941 
Sterbedatum: 30. April 1941
Todesort: Hadamar

Biografie
Ehemann: Heinrich Böhm, Buchhalter in Mannheim
Eltern: Werner Sommer, Schuhmacher in Eberhardzell und Maria Anna geb. Maucher

Hedwig Böhm geb. Sommer hatte laut Familienregister zwei jüngere Schwestern. Ihr Vater war Schuhmacher, der Großvater war Schultheiß in Eberhardzell. Als die Mutter 1886 verstarb, waren die drei Töchter der Familie Sommer zwischen neun und zwölf Jahre alt. Der Vater heiratete 1894 ein zweites Mal.

Hedwig Böhm geb. Sommer hat den Beruf Schneiderin erlernt. Hoffte sie mit dieser Ausbildung in Mannheim ihr Auskommen zu finden? Hier lebte Onkel Ludwig Sommer, ein Bruder ihres Vaters, der in der Quadratestadt Mannheim als Gerichtsbote arbeitete. Vielleicht unterstützte Hedwig Böhm geb. Sommer den Onkel und seine Frau im Haushalt oder sie fand mit seiner verwandtschaftlichen Hilfe hier eine Arbeit in ihrem erlernten Beruf.

Am 13. Juni 1908 hat Hedwig Sommer in Mannheim den Buchhalter Heinrich Böhm geheiratet. Das Ehepaar hatte einen Sohn Ludwig, der im Jahr 1909 geboren wurde. Hedwig Böhms Onkel Ludwig Sommer war Trauzeuge des Ehepaars und – die Namensadaption legt es nahe – wurde dann vermutlich auch zum Taufpaten des einzigen Kindes.

Onkel Ludwig Sommer war und blieb familialer Fixpunkt für Hedwig Böhm. Als ihr Mann den ersten Weltkrieg über beim Militär ist, wohnt sie mit ihrem Sohn Ludwig bei dem Onkel Ludwig Sommer in der Thoräckerstraße in Mannheim. Als Heinrich Böhm 1918 vom Militär zurückkehrt kommt auch der Ehemann unter dieser Adresse unter. Ab dem 9. August 1933 lebte das Paar in der Schwetzingerstraße 44.

Am 20. Februar 1934 kam Hedwig Böhm in die große badische Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch und wird dort dreieinhalb Jahre behandelt. Von dort wurde Sie am 19. Juli 1937 zur Weiterbehandlung in die Kreispflegeanstalt Weinheim entlassen. Am 02. April 1941 wurde sie von Weinheim kommend wieder in Wiesloch aufgenommen. Aber nicht für eine Behandlung. Wiesloch war seit 1940 die Zwischenanstalt in Baden. Zwischenanstalt für Patienten auf dem Weg in eine der T4-Gasmordanstalten. Nach 4 Wochen Aufenthalt in der Anstalt Wiesloch wurde Sie am 30. April 1941 nach Hadamar deportiert und in der dortigen Gaskammer ermordet.
Hedwig Böhm wurde 66 Jahre alt.

Ludwig Böhm sorgt sich um seine Mutter

Hedwig Böhms Sohn Dr. Ludwig Böhm erfuhr Anfang April 1941 durch ein Schreiben der Anstalt Weinheim von der „Verbringung“ seiner Mutter nach Wiesloch. Er wendet sich sogleich an die Verwaltung der Heil- und Pflegeanstalt und bittet darum, ihm „Veränderungen des Aufenthalts und des Befindens seiner Mutter“ sofort anzuzeigen. Dies geschah auch – aber sehr ungewöhnlich: In der Akte finden sich zwei Schreiben mit Bezug zur Deportation der Hedwig Böhm von Wiesloch nach Hadamar. Eine vorgedruckte (!) Postkarte vom 30. April 1941 mit der Angehörige über die „Verlegung“ der Patientin … in eine noch unbekannte Anstalt informiert werden. Die aufnehmende Anstalt würde die Angehörigen dann unterrichten.
Die Anstalt Wiesloch war als ‚Zwischenanstalt‘ kurzzeitig Station für Hunderte Patientinnen und Patienten. Der Einsatz eines gedruckten offiziell erscheinenden Schreibens an die Angehörigen ersparte Schreib- und Verwaltungsaufwand bei der Weiter-“Verlegung“ in die Gasmordanstalt. Das Schreiben benennt aber auch einen Verantwortlichen der Verschleppungen der Patienten: Die Gemeinnützige Kranken-Transport – GmbH, eine Sub-Gesellschaft der in Berlin ansässigen Zentraldienststelle T4, welche die Tötung der selektierten Patientinnen und Patienten organisierte. Diese zentrale Stelle betreibt in der Anstalt Hadamar für die vielen anfallenden Todesfälle ein eigenes „Sonderstandesamt“. Dieses zeigt der Meldebehörde Eberhardzell den Sterbefall Hedwig Böhms auf den 21. Mai 1941 an – eine Lüge. Die falsche Todesmeldung diente zur Täuschung der Angehörigen, gleichzeitig wurden mit dem in diesem Fall um drei Wochen hinausgeschobenen Todeszeitpunkt die Kostenträger um das dennoch abgerechnete Versorgungsgeld betrogen.

Hedwig Böhm wurde – drei Wochen zuvor – zusammen mit allen weiteren Patientinnen, die am 30. April 1941 von Wiesloch nach Hadamar deportiert wurden, unmittelbar nach ihrer Ankunft im Keller der Klinik in einer Gaskammer ermordet.
Hedwig Böhms Sohn, Dr. Ludwig Böhm, bestätigte am 9. Mai 1941 den Erhalt des Vordrucks über die Verlegung seiner Mutter, er bemängelt aber, dass er das mit 30. April datierte Schreiben mit Poststempel vom 7. Mai 1941 erhalten habe. Ludwig Böhm ist offensichtlich nicht über den Verbringungsort seiner Mutter unterrichtet, geschweige denn darüber, dass seine Mutter zu diesem Zeitpunkt schon 9 Tage tot und eingeäschert ist. Die Familie Böhm erhält erst nach dem 21. Mai 1941 Nachricht aus der hessischen Anstalt Hadamar über den Tod der Ehefrau und Mutter Hedwig Böhm.
Im Familienregister Eberhardzell der Eltern von Hedwig Böhm ist das gefälschte Todesdatum mit Todesort Hadamar verzeichnet, der 21. Mai 1941.

Erarbeitet von MR, StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Hadamar ermordeten Menschen, Gedenkstätte Hadamar, Dokumentationszentrum.
  • Generallandesarchiv Karlsruhe, Bestand GLAK 463 Wiesloch-1 Bü 3691 Psychiatrisches Zentrum Nordbaden: Patientienakten [Signaturen sind aktuell in Überarbeitung, Stand 28.08.2025]
  • Familienregister Eberhardzell Blatt 121 mit gemeldetem Todesdatum von Hedwig Böhm.
  • T1021 German War Crimes: Transportliste Heilanstalt Weinheim vom 2. April 1941, Aufnahme 118 und 119 mit 38 Pfleglingen.
  • Rotzoll u. a. (Hg.): Die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 und ihre Opfer. Paderborn 2010.
  • Aly, Götz: Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 – 1945.

Abbildungen und Bildunterschriften

Braun, Johann Georg - Neufra (Riedlingen)

Geboren am: 08. Dezember 1873
Geburtsort: Neufra (Riedlingen)
Beruf: Ankuppler, Dienstknecht
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 2. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Braunger, Anna - Uttenweiler, Rückkehrer

Geboren am: 25. Juli 1880
Geburtsort: Uttenweiler
Beruf: Taglöhner
Einrichtung: Heilanstalt Zwiefalten
Datum der Deportation: 20. September 1940 aber zurückgestellt
Sterbedatum: 7. Mai 1945
Todesort: Zwiefalten

Breimayer, Theresia - Stafflangen

Geboren am: 19. Oktober 1888
Geburtsort: Stafflangen
Beruf: ohne
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Brunner, Aloysia - Bellamont

Geboren am: 15. August 1895
Geburtsort: Bellamont
Beruf: Melkersehefrau
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Bucher, Karoline - Dürmentingen

Geboren am: 30. Dezember 1920
Geburtsort: Dürmentingen
Beruf: –
Einrichtung: Kinderasyl Ingerkingen, Pflegeanstalt Heggbach
Datum der Deportation: 14. September 1940 Zwischenanstalt Zwiefalten
Sterbedatum: 4. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Eltern: Theresia Bucher, geb. Fetscher, verheiratet seit 1923 mit Johannes Bucher, Schreiner in Dürmentingen und Stiefvater von Karolina.

Karolina Bucher wurde im am 30. Dezember 1920 in Dürmentingen geboren. Die Mutter war ledig, Dienstmagd und lebte in der Wohnung der Witwe Albertine Kiebler. Sie heiratete 1923 den Schreiner Johann Bucher, der zustimmte, dass das Kind den Familienname des Stiefvaters führen konnte.

Karolina Bucher wurde mit acht Jahren am 30. Juli 1928 von der Kinderklinik Tübingen in das Kinderasyl Ingerkingen überwiesen. Mit 19 Jahren wurde sie am 21. Februar 1940 in die Pflegeanstalt Heggbach verlegt. Nach einem halben Jahr wurde sie am 14. September 1940 zusammen mit 76 anderen Mädchen und Frauen in die Zwischenanstalt Zwiefalten überstellt und von dort aus am 4. Oktober 1940 nach Grafeneck deportiert, wo sie am gleichen Tag ermordet wurde.

Im Dürmentinger Geburtsregister ist nach Mitteilung des Standesamtes Sonnenstein der 19. Oktober 1940 als Todestag angegeben. Das „Standesamt“ in der Tötungsanstalt Sonnenstein war eingerichtet worden, um gefälschte Todesanzeigen an die Angehörigen zu versenden und den wahren Sterbeort zu verschleiern.
Karoline Bucher hat ihren 20. Geburtstag nicht erlebt.

Erarbeitet von MR, BR

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der Euthanasie-Opfer aus der Pflegeanstalt Heggbach. Gedenkstätte im Kloster Heggbach, Kirche St. Georg.
  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen. Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Verlegungsliste „14.09.1940 von Pflegeanstalt Heggbach übernommen“, NS-Akten 1938-1942, Transporte and. Anstalten. Archiv ZfP Zwiefalten.
  • Geburtsregister Dürmentingen 1920, Nr. 34.
  • St. Elisabeth-(Hrsg.): Spur der Erinnerung, Gedenkbuch der 193 Euthanasie-Opfer in Heggbach. Bad Waldsee 2014.
  • Aufnahmebuch Ingerkingen, Register Band II, Nr. 316, Bucher Karoline. Archiv St-Elisabeth-Stiftung Bad Waldsee.

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

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D

Dannhauser, Marie - Bad Buchau

Geboren am: 01. Juli 1890
Geburtsort: Bad Buchau
Beruf: –
Einrichtung: Heilanstalt Schussenried
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Eltern: Salomon Dannhauser, Kaufmann in Buchau, und Sara, geb. Erlanger.

Marie Dannhauser stammte aus einer jüdischen Familie in Buchau und hatte noch zwei Schwestern. Eine Schwester ist als Kind verstorben, die andere Schwester ist 1939 in die USA ausgewandert.
Am 5. März 1907 wurde Marie Dannhauser in der Heil- und Pflegeanstalt Schussenried aufgenommen. Sie war 27 Jahre alt, ledig und ohne Beruf. Nach 33 Jahren Aufenthalt in der Anstalt wurde sie zusammen mit 59 weiteren Patientinnen am 7. Juni 1940 nach Grafeneck deportiert und am gleichen Tag ermordet.

Marie Dannhauser wurde 50 Jahre alt.

Im Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945“, das im Bundesarchiv liegt, ist Marie/Maria Dannhauser aufgeführt. Dort ist der Deportationsort mit „unbekannt“ angegeben.

Auf dem jüdischen Friedhof in Bad Buchau gibt es einen Grabstein, auf dem der Name von Marie Dannhauser steht. Es ist das Grab ihrer Mutter, die bereits 1910 verstorben war.

Erarbeitet von BR, StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen. Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 129 Nr. 49.
  • Winnentaler Patientenkartei, Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 129-41.
  • Sammlung Schussenried, Teil II. Aufstellung Nr. 1247, B). Frauen, B. 1) und 2), die „am 7. Juni 1940 verlegt“ wurden (60).
  • Gedenkbuch: Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945. Bundesarchiv, Onlineausgabe unter www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/.
  • Grabstätte von Marie Dannhauser auf dem jüdischen Friedhof in Bad Buchau (Foto: Charlotte Mayenberger). Siehe auch http://www.judeninbuchau.de.
  • Mohn, Josef: Der Leidensweg unter dem Hakenkreuz, aus der Geschichte von Stadt und Stift Buchau am Federsee. Bad Buchau 1970.

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Dollinger, Josef - Biberach

Geboren am: 8. Januar 1882
Geburtsort: Biberach an der Riß
Beruf: Taglöhner
Einrichtung: Heilanstalt Schussenried
Datum der Deportation: 14. Juni 1940
Sterbedatum: 14. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Eltern: Josef Dollinger, Schuhmacher in Biberach und Veronica Dollinger, geb. Aßfalg

Die Familie lebte in der Saudengasse in Biberach. Josef Anton Dollinger war das jüngste von sieben Kindern. Unter den Geschwistern gab es Drillinge, die 1873 nach der Geburt verstorben waren, was zu großer Anteilnahme und einer Danksagung der Eltern im „Anzeiger vom Oberland“ geführt hatte.
1888, als Josef Dollinger sechs Jahre alt war, starb der Vater und 1892 die Mutter, Josef Dollinger war zu diesem Zeitpunkt 10 Jahre alt, und von den Geschwistern lebte nur noch die 15-jährige Schwester Amalie Pauline (1877-1903). Es ist nicht bekannt, wie der Junge, ab dem 10. Lebensjahr Vollwaise, weiter aufgewachsen ist.

Am 21. Januar 1925 wurde Josef Anton Dollinger von der Polizei in die Heilanstalt Schussenried eingewiesen, da er mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. Als Beruf wurde bei der Aufnahme Taglöhner angegeben und der Familienstand mit ledig. In der Heilanstalt Schussenried lebte er bis zum 14. Juni 1940. An diesem Tag wurde er zusammen mit 55 Männern von Schussenried nach Grafeneck deportiert und in der Gaskammer ermordet. Sein Tod in Grafeneck wurde im Familienregister der Eltern mit dem gefälschten Datum 06. Juli 1940 nachgetragen.
Josef Dollinger wurde 58 Jahre alt.

Erarbeitet von BR, StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 148-59.
  • Sammlung Schussenried, Teil II. Aufstellung Nr. 1247, A). Männer, Bl. 1) und 2), die „am 14. Juni 1940 verlegt“ wurden (55).
  • Stadtarchiv Biberach, Familienregister Band 4, Seite 589 und 590.

Abbildungen und Bildunterschriften

 

Dollinger, Pauline - Biberach

Geboren am: 27. Mai 1894
Geburtsort: Biberach
Beruf: Hausfrau
Einrichtung: Heilanstalt Schussenried
Datum der Deportation: 29. Oktober 1940
Sterbedatum: 29. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie
Ehemann: Julius Dollinger, Viehhändler in Biberach
Eltern: Karl August Baumgärtner, Metzger in Biberach und Maria geb. Preiß

Pauline Dollinger geb. Baumgärtner (auch Paula genannt, Taufname Pauline Regina) ist in Biberach mit fünf Geschwistern aufgewachsen. Ein Bruder ist 1914 gefallen, eine Schwester in 1917 verstorben. Die Familie hat in der Ulmerstraße 22 gewohnt und der Vater hatte dort auch seine Firma. Später war das die Ulmertorstraße 23.

Am 07. Mai 1920 haben Pauline Baumgärtner und Julius Dollinger geheiratet. Ihr Mann war Viehhändler wie sein Vater. Die Familie hat in der Ulmertorstraße 25/3 gelebt. Dieses Anwesen hatten zuvor auch die Eltern von Julius Dollinger bewohnt.

Im Januar 1921 wurde ein Sohn Julius geboren der mit 3 Monaten im April 1921 verstarb. Im Januar 1922 wurde eine Tochter geboren, im Dezember 1923 wurde ein weiterer Sohn geboren. Diese zwei lebenden Kinder sind auch im Aufnahmebuch der Heilanstalt Schussenried im Jahr 1932 genannt.

Am 8. September 1932 wurde Pauline Dollinger auf Ansuchen der Angehörigen in die Heilanstalt Schussenried eingewiesen, zwei Monate zuvor war sie erkrankt.

Am 29. Oktober 1940 wurde Pauline Dollinger in einem Transport mit 27 Frauen nach Grafeneck deportiert und ermordet. Sie war 46 Jahre alt.

Die Sterbeurkunde notiert fälschlicherweise den 12. November 1940 als Todestag und als Sterbeort Sonnenstein bei Pirna.
Die Urne von Pauline Dollinger wurde auf dem katholischen Friedhof in Biberach bestattet. Als Ansprechpartner in der Karteikarte der Kriegsgräberlisten ist eine Bertha Dollinger, wohnhaft in der Ehingertorstraße 18, genannt. Das war die zweite Ehefrau von Julius Dollinger, der im Jahr 1943 erneut geheiratet hatte.

Erarbeitet von StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 148 Nr. 64.
  • Sammlung Schussenried: Verlegungslisten. Archiv ZfP Bad Schussenried, Teil II, Aufstellung Nr. 1247, Liste B). Frauen, die „am 29. Oktober 1940 verlegt“ wurden (27).
  • Kriegsgräberlisten Baden Württemberg: Staatsarchiv Ludwigsburg, EL 20/1 VI Bü 1863: Katholischer Friedhof Biberach an der Riß.
  • Traueranzeige für das Kind Julius Dollinger. (Anzeiger vom Oberland: Tageszeitung für das Oberamt Biberach und die Stadtgemeinde Biberach vom 02. April 1921, S. 4).

Abbildungen und Bildunterschriften

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E

Ebe, Georg - Bad Schussenried

Geboren am: 19. Juni 1903
Geburtsort: Bad Schussenried
Beruf: Bankbeamter
Einrichtung: Bürgerhospital Stuttgart, Privatheilanstalt Christophsbad Göppingen, Heilanstalt Winnental
Datum der Deportation: 11. Juni 1940
Sterbedatum: 11. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Ehefrau: Else, geb. Schweizer, Wohnort Stuttgart-Cannstatt.
Eltern: Johann Georg Ebe aus Schussenried, Gußarbeiter bei den Schwäbischen Hüttenwerken und Mathilde geb. Stengele.

Georg Ebe war Bankbeamter und seit 1927 verheiratet mit Else, geborene Schweizer. Das Ehepaar wohnte in Stuttgart-Cannstatt und hatte zwei Kinder.

Georg Ebe war vom 8. April bis zum 12. April 1930 und vom 31. Mai bis zum 8. Juli 1934 im Bürgerhospital Stuttgart, danach vom 2. August 1934 bis zum 9. Januar 1935 in der Privatheilanstalt Christophsbad in Göppingen. Ab dem 21. August 1936 war er für fast vier Jahre in der Heilanstalt Winnental, er wurde regelmäßig von Angehörigen besucht. Am 11. Juni 1940 wurde Georg Ebe nach Grafeneck deportiert und am gleichen Tag ermordet.
Georg Ebe wurde 38 Jahre alt.

Wie sehr die Familie auch nach seinem Tod zu leiden hatte, zeigte eine Anfrage des Rassenpolitischen Amtes in Stuttgart vom Oktober 1941, die wegen einer Kinderbeihilfe nachfragte, ob die Erkrankung von Georg Ebe eine „Erbkrankheit“ gewesen sei.
In Stuttgart-Cannstatt wurde in der Kissinger Straße 48 für Georg Ebe am 1. April 2019 ein Stolperstein verlegt.

Erarbeitet von BR, StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 156-6, darin auch Brief vom Rassenpolitischen Amt aus dem Jahr 1941.
  • Stolpersteine Cannstatt: https://www.stolpersteine-cannstatt.de/biografien/georg-ebe-verlegt-nach-grafeneck
  • Daniel Hildwein und Thomas Stöckle: Das Christophsbad Göppingen, Eugenik und NS-„Euthanasie“ 1933 bis 1945. Göppingen 2023.
  • Standesamt Bad Schussenried, Geburtsregister 1909 Nr. 48. (Mit Nachtrag: Verstorben am 4.7.1940 Grafeneck/Württ.)

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Eberhard, Barbara - Dentingen (Offingen)

Geboren am: 5. März 1892
Geburtsort: Dentingen (Offingen)
Beruf: –
Einrichtung: Heil- und Pflegeanstalt Liebenau
Datum der Deportation: 30. August 1940
Sterbedatum: 30. August 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Eltern: Anton Eberhard, Schuster in Dentingen und Kreszenz geb. Widmann.

Der Vater von Barbara Eberhard war drei mal verheiratet. Barbara Eberhard war das fünfte von sechs Kindern aus der ersten Ehe des Vaters. Die Mutter starb als Barbara Eberhard knapp zwei Jahre alt war. Zwei der Geschwister starben als Kleinkinder. Die zweite Ehefrau des Vaters ist vier Tage nach der Hochzeit plötzlich verstorben. Mit der dritten Ehefrau hatte der Vater dann nochmals sechs Kinder.

Barbara Eberhard wurde in ihrem 21. Lebensjahr am 31. Juli 1912 in die Pflegeanstalt Liebenau aufgenommen. Am 13. August 1940 wurde sie zuerst in die Zwischenanstalt Zwiefalten verlegt und von dort am 30. August 1940 nach Grafeneck deportiert, wo sie noch am gleichen Tag ermordet wurde. Sie wurde 48 Jahre alt.

Im Geburtsregister von Offingen wurde ihr Tod mit dem Randvermerk „Gestorben am 12.9.1940 in Grafeneck“ nachgetragen.

Erarbeitet von BR, StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Verlegungsliste 13.08.1940 von der Pflegeanstalt Liebenau, weiterverlegt 30.08.1940. (Archiv ZfP Zwiefalten, NS-Akten 1940, Transporte nach Grafeneck).
  • Standesamt Uttenweiler: Geburtsregister Offingen 1892 Nr. 6, mit Nachtrag des Todes in Grafeneck.
  • Friedel, Josef H.: Gegen das Vergessen, die NS-Verbrechen an Menschen der Stiftung Liebenau, Teil 1: Dokumente zum Euthanasiegeschehen. Meckenbeuren 2009.
  • Friedel, Josef H.: Gegen das Vergessen, die NS-Verbrechen der Euthanasie an Menschen der Stiftung Liebenau. Meckenbeuren 2018. Hier besonders: Die Liebenauer Euthanasie-Opfer, S. 43-57.

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Eberhard, Hans - Ertingen

Geboren am: 20. Oktober 1895
Geburtsort: Ertingen
Beruf: Tapeziermeister, Maler und Tapezier
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 5. August 1940
Todesort: Grafeneck

Egger, Josef - Mittelbiberach

Geboren am: 20. März 1913
Geburtsort: Mittelbiberach
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Egle, Anton - Ingerkingen

Geboren am: 29. Mai 1897
Geburtsort: Ingerkingen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Egle, Karl - Irslingen

Geboren am: 21. Mai 1890
Geburtsort: Irslingen
Beruf: Schreiner (Tischler)
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 29. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Egle, Margarethe - Hochdorf (Schönebürg)

Geboren am: 18. März 1901
Geburtsort: Hochdorf (Schönebürg)
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Egle, Maria Anna - Uttenweiler

Geboren am: 08. Juni 1887
Geburtsort: Uttenweiler
Beruf: Dienstmädchen
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 30. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Egle, Maria Theresia - Biberach

Geboren am: 11. März 1919
Geburtsort: Biberach
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Ehrat, Theresia - Ochsenhausen

Geboren am: 9. Januar 1867
Geburtsort: Ochsenhausen
Beruf: Näherin
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 24. September 1940
Todesort: Grafeneck

Emsperger, Franziska - Sulmingen

Geboren am: 16. März 1897
Geburtsort: Sulmingen
Beruf: Haustochter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Engler, Anna Maria - Altheim (Riedlingen)

Geboren am: 7. Mai 1884
Geburtsort: Altheim (Riedlingen)
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 2. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Erhart, Paulina - Britschweiler

Geboren am: 1. Dezember 1885
Geburtsort: Britschweiler
Beruf: Dienstmädchen
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 1. August 1940
Todesort: Grafeneck

Esslinger, Theresia - Bronnen

Geboren am: 03. Juni 1883
Geburtsort: Bronnen
Beruf: Hausfrau
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. Dezember 1940
Todesort: Grafeneck

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F

Feger, Josef - Oberdorf

Geboren am: 4. September 1885
Geburtsort: Oberdorf
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Feile, Josef - Unterstadion

Geboren am: 05. November 1904
Geburtsort: Unterstadion
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 24. September 1940
Todesort: Grafeneck

Feile, Kaspar - Unterstadion

Geboren am: 17. Dezember 1909
Geburtsort: Unterstadion
Beruf: kein Beruf
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 22. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

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G

Ganser, Augustin - Laupheim

Geboren am: 27. August 1880
Geburtsort: Laupheim
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Gantner, Emerentia - Berkheim

Geboren am: 31. März 1912
Geburtsort: Berkheim
Beruf: Haustochter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Gaßebner, Rosalie - Immenried

Geboren am: 27. August 1894
Geburtsort: Immenried
Beruf: Schäfersfrau
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 29. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Geiß, Johannes - Laupheim

Geboren am: 14. April 1876
Geburtsort: Laupheim
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Gerster, Barbara - Biberach

Geboren am: 19. Januar 1871
Geburtsort: Biberach
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 1. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Gerster, Franziska - Warthausen

Geboren am: 20. September 1880
Geburtsort: Warthausen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Gerster, Maria Anna - Altheim (Riedlingen)

Geboren am: 1. Juli 1896
Geburtsort: Altheim (Riedlingen)
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. November 1940
Todesort: Grafeneck

Gerster, Zita - Altheim (Riedlingen)

Geboren am: 11. April 1903
Geburtsort: Altheim (Riedlingen)
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. November 1940
Todesort: Grafeneck

Glanzer, Georg - Steinberg

Geboren am: 18. November 1927
Geburtsort: Steinberg
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Glocker, Hedwig - Tuttlingen

Geboren am: 10. September 1894
Geburtsort: Tuttlingen
Beruf: unbekannt
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 04. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Glutsch, Walburga - Schönebürg

Geboren am: 10. Mai 1928
Geburtsort: Schönebürg
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 1. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Gobs, Anton - Andelfingen

Geboren am: 27. Juli 1896
Geburtsort: Andelfingen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 14. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Grübel, Helene - Beuren (Salem)

Geboren am: 18. August 1894
Geburtsort: Beuren (Salem)
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 29. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Guggenheimer, Karl - Laupheim

Geboren am: 07. Mai 1882
Geburtsort: Laupheim
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: Nach dem 28. November 1941
Todesort: evtl. am Killesberg oder im Osten

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H

Habrik, Alois - Wennedach

Geboren am: 9. Juli 1893
Geburtsort: Wennedach
Beruf: Stallschweizer
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 23. August 1940
Todesort: Grafeneck

Hafner, Elise Gertrud - Biberach

Geboren am: 09. Juni 1904
Geburtsort: Biberach
Beruf: Dienstmädchen, Haushaltshilfe
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 10. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Hagge, Gebhard - Weingarten

Geboren am: 31. Januar 1910
Geburtsort: Weingarten
Beruf: Mechaniker
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 29. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Haller, Gabriel - Kleinwinnaden

Geboren am: 18. März 1874
Geburtsort: Kleinwinnaden
Beruf: Schneider
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 3. Februar 1940
Todesort: Grafeneck

Härle, Anna - Stuttgart

Geboren am: 03. August 1901
Geburtsort: Stuttgart
Beruf: Postbetriebsassistentin, Hausfrau
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 30. Mai 1940
Todesort: Grafeneck

Härle, Franz Xaver - Otterswang

Geboren am: 25. Mai 1873
Geburtsort: Otterswang
Beruf: Bauer
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 25. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Hartle, Anna - Äpfingen

Geboren am: 03. Juni 1884
Geburtsort: Äpfingen
Beruf: Fabrikarbeiterin / Dienstmädchen
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Häusle, Alois - Füramoos

Geboren am: 1. August 1892
Geburtsort: Füramoos
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 25. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Heide, Paul - Berlin

Geboren am: 3. Mai 1885
Geburtsort: Berlin
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Heinz, Theresia - Reinstetten

Geboren am: 8. November 1886
Geburtsort: Reinstetten
Beruf: Hausfrau
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 29. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Abbildungen und Bildunterschriften

Hepp, Max - Heudorf

Geboren am: 18. Mai 1901
Geburtsort: Heudorf
Beruf: Landwirtssohn
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 14. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Hermanutz, Paul - Unlingen

Geboren am: 13. Februar 1878
Geburtsort: Unlingen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 2. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Herrmann, Auguste - Kürnbach

Geboren am: 2. November 1885
Geburtsort: Kürnbach
Beruf: Hausfrau
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 2. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Hess, Anna - Hürbel

Geboren am: 23. November 1900
Geburtsort: Hürbel
Beruf: Dienstmagd
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Heudorfer, Maria Anna - Betzenweiler

Geboren am: 22. Januar 1859
Geburtsort: Betzenweiler
Beruf: Schultheißen-Witwe
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Hoch, Sofie - Laupheim

Geboren am: 12. März 1918
Geburtsort: Laupheim
Beruf: keiner
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 29. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Hochleiter, Magdalena - Ehrensberg

Geboren am: 6. Februar 1912
Geburtsort: Ehrensberg
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Holderried, Elisabetha - Neufra (Riedlingen)

Geboren am: 11. November 1873
Geburtsort: Neufra (Riedlingen)
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 10. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Hösle, Franz Xaver - Berkheim

Geboren am: 29. November 1893
Geburtsort: Berkheim
Beruf: Knecht
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 20. Mai 1940
Todesort: Grafeneck

Huber, Josefine - Bad Buchau

Geboren am: 28. Februar 1898
Geburtsort: Bad Buchau
Beruf: Hausfrau
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Huber, Stefan - Untersulmetingen

Geboren am: 12. Dezember 1885
Geburtsort: Untersulmetingen
Beruf: Taglöhner, Reisender, Maurer
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 23. August 1940
Todesort: Grafeneck

Huchler, Maximilian - Erlenmoos

Geboren am: 8. Oktober 1895
Geburtsort: Erlenmoos
Beruf: Hilfsarbeiter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 14. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Hummler, Maria - Hailtingen

Geboren am: 14. November 1899
Geburtsort: Hailtingen
Beruf: ohne Beruf
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 13. August 1940
Todesort: Grafeneck

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J

Jäckle, Karoline - Hochdorf

Geboren am: 20. Mai 1879
Geburtsort: Hochdorf
Beruf: Dienstmagd, Haustochter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 24. September 1940
Todesort: Grafeneck

Jägg, Anton - Berkheim

Geboren am: 15. April 1896
Geburtsort: Berkheim
Beruf: Landwirt
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 20. Mai 1940
Todesort: Grafeneck

Joos, Anna - Riedlingen

Geboren am: 21. März 1868
Geburtsort: Riedlingen
Beruf: Köchin
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 29. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

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K

Kämmerer, Fanny - Schwendi

Geboren am: 7. November 1880
Geburtsort: Schwendi
Beruf: Dienstmädchen
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Kaspar, Karoline (Lina) - Ochsenhausen

Geboren am: 11. Oktober 1897
Geburtsort: Ochsenhausen
Beruf: Haustochter / Kaufmannstochter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 25. September 1940
Todesort: Grafeneck

Keller, Maria - Laupheim

Geboren am: 15. Juni 1904
Geburtsort: Laupheim
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 7. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Kemmerle, Theresia - Bad Buchau, Rückkehrer

Geboren am: 19. Oktober 1873
Geburtsort: Bad Buchau
Beruf: Bademeisterin
Einrichtung: Heilanstalt Zwiefalten
Datum der Deportation: na
Sterbedatum: 14. November 1956
Todesort: Zwiefalten

Abbildungen und Bildunterschriften

Kerler, Wilhelm - Laupheim

Geboren am: 18. März 1905
Geburtsort: Laupheim
Beruf: Tagelöhner, ungelernter Arbeiter, Schäfer
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 23. August 1940
Todesort: Grafeneck

Kiefer, Karl - Laupheim

Geboren am: 14. November 1923
Geburtsort: Laupheim
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Kless, Ludwig - Biberach

Geboren am: 21. April 1901
Geburtsort: Biberach
Beruf: Bildhauer, Holzbildhauer
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 22. August 1940
Todesort: Grafeneck

Klotz, Josef - Biberach

Geboren am: 6. September 1871
Geburtsort: Biberach
Beruf: Schuhmacher
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 03. Februar 1940
Todesort: Grafeneck

Knöpfle, Magdalene - Biberach

Geboren am: 7. April 1875
Geburtsort: Biberach
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 23. August 1940
Todesort: Grafeneck

Knörle, Walburga - Biberach

Geboren am: 28. November 1870
Geburtsort: Biberach
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 2. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Kohn, Ferdinand - Unterdettingen

Geboren am: 11. November 1895
Geburtsort: Unterdettingen
Beruf: Dienstknecht
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 21. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

König, Eugen - Kappel (Bad Buchau)

Geboren am: 17. Februar 1902
Geburtsort: Kappel (Bad Buchau)
Beruf: Lehrer
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 3. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Kopf, Maria Anna - Birkenhard

Geboren am: 9. März 1877
Geburtsort: Birkenhard
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 24. September 1940
Todesort: Grafeneck

Kramer, Benedikt - Bürken (Spindelwag)

Geboren am: 20. Juli 1885
Geburtsort: Bürken (Spindelwag)
Beruf: Bauernsohn
Einrichtung: Heilanstalt Schussenried
Datum der Deportation: 18. Juni 1940
Sterbedatum: 18. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie
Eltern: Christian Kramer, Bauer auf dem „Birkenhof“ in Bürken Gememeinde Spindelwag und Maria Magdalena Waizenegger aus Oberschwarzach.

Benedikt Kramer war das zehnte von siebzehn Kindern seiner Eltern. Sechs der Kinder sind früh verstorben.
Der Bruder Friedrich ist 1914 in Frankreich gefallen, der Bruder Karl ist am 12. April 1920 im Reservelazarett Jordanbad verstorben. Der älteste Bruder Heinrich ist 1905 im Alter von 29 Jahren bei Baumfällarbeiten tödlich verunglückt. Der Bruder Albert hat den elterlichen Hof übernommen.

Der elterliche Hof ist am 03. Februar 1927 abgebrannt und wurde danach wieder aufgebaut. Zu diesem Zeitpunkt war Benedikt Kramer aber schon viele Jahre in der Heilanstalt.

Benedikt Kramer hat seinen Wehrdienst vermutlich von 1904-1906 abgeleistet. Es gibt ein Foto in Uniform mit der Jahreszahl 1906, ein Erinnerungsfoto an die Wehrzeit. In welchem Regiment er war ist leider nicht bekannt.

In den Akten der württembergischen Patientenkartei wird eine Kopfverletzung („Fall auf Hinterkopf“) erwähnt, Details dazu sind nicht bekannt. Bei der ersten Aufnahme in die Heilanstalt Rottenmünster am 28. Januar 1911 wird die „Krankheitsdauer bei Aufnahme“ als „ca. 1 Jahr“ beschrieben. Vom 13. Juni 1912 bis 19. Oktober 1923 war Benedikt Kramer in der Heilanstalt Weissenau, von dort wurde er in die Heilanstalt Schussenried verlegt. Vom 19. Oktober 1923 bis zur Deportation am 18. Juni 1940 war er in Schussenried, dort steht nur Austritt am 18 Juni 1940, ungeheilt. Weiter nichts.

Zusammen mit 60 anderen Männern wurde Benedikt Kramer am am 18. Juni 1940 nach Grafeneck deportiert, an diesem Tag wurde er in Grafeneck mit Gas ermordet.
Benedikt Kramer wurde 54 Jahre alt.

Erarbeitet von BR, StS und + Johannes Angele

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 450-87.
  • Verlegungsliste“ nach Grafeneck vom 18. Juni 1940. Aus: Sammlung Schussenried, Teil II. Aufstellung Nr. 1247, A). Männer, Bl. 3) und 4), die „am 18. Juni 1940 verlegt“ wurden (61).
  • Riedlinger Zeitung Ausgabe vom 7. Februar 1927, Bauernhof abgebrannt.
  • Bericht in der Schwäbischen Zeitung, Ausgabe Biberach vom 19.02.2021, Seite 14, über Wilhelm Wiedenmann und Benedikt Kramer: „Zwei weitere Opfer erhalten ein Gesicht“.

Abbildungen und Bildunterschriften

Kuhn, Anton - Laupheim

Geboren am: 12. Mai 1880
Geburtsort: Laupheim
Beruf: 2 – Arbeiter ohne Landarbeiter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 23. August 1940
Todesort: Grafeneck

Kunz, Genovefa - Tannheim

Geboren am: 29. Juni 1882
Geburtsort: Tannheim
Beruf: Landwirtschaftliche Arbeiterin
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 30. August 1940
Todesort: Grafeneck

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L

Leibbrandt, Gustav - Kleiningersheim

Geboren am: 5. März 1897
Geburtsort: Kleiningersheim
Beruf: Dreher, Schlossergeselle, Werkzeugmacher
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 29. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Lenzenhuber, Rosa - Obersulmetingen

Geboren am: 6. März 1899
Geburtsort: Obersulmetingen
Beruf: Hausgehilfin
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 9. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Lieb, Max - Unlingen

Geboren am: 12. Oktober 1900
Geburtsort: Unlingen
Beruf: Gärtner
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 5. August 1940
Todesort: Grafeneck

Locher, Hugo - Heilbronn

Geboren am: 17. Februar 1884
Geburtsort: Heilbronn
Beruf: Dr. Ing. Regierungsbaumeister
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 18. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Luffler, Anton Thomas - Biberach

Geboren am: 25. April 1912
Geburtsort: Biberach
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 8. November 1940
Todesort: Grafeneck

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M

Maier, Fidel - Reute

Geboren am: 23. August 1877
Geburtsort: Reute
Beruf: 1 – Tagelöhner, ungelernte Arbeiter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 19. November 1940
Todesort: Grafeneck

Maier, Theresia - Äpfingen

Geboren am: 14. Juli 1900
Geburtsort: Äpfingen
Beruf: Kellnerin
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 9. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Marxer, Theresia - Ochsenhausen

Geboren am: 29. November 1889
Geburtsort: Ochsenhausen
Beruf: Dienstmädchen
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 2. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Mayer, Johannes - Hochdorf

Geboren am: 26. Dezember 1902
Geburtsort: Hochdorf
Beruf: Dienstknecht
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 18. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Mayer, Josef - Riedlingen

Geboren am: 6. Januar 1875
Geburtsort: Riedlingen
Beruf: Schriftsetzer
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 18. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Mayer, Maria Anna - Hochdorf

Geboren am: 29. Mai 1868
Geburtsort: Hochdorf
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Mehrer, Emil - Wain

Geboren am: 29. November 1914 
Geburtsort: Wain
Beruf: –
Einrichtung: Anstalt Stetten
Datum der Deportation: 13. September 1940
Sterbedatum: 13. September 1940 
Todesort: Grafeneck

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Mendel, Willibold - Oberopfingen

Geboren am: 17. Dezember 1894
Geburtsort: Oberopfingen
Beruf: Landwirt
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 25. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Merk, Ulrich - Uigendorf

Geboren am: 19. Mai 1868
Geburtsort: Uigendorf
Beruf: Bauer, Landwirt
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 26. April 1940
Todesort: Grafeneck

Merkle, Johanna - Appendorf

Geboren am: 8. Mai 1872
Geburtsort: Appendorf
Beruf: Taglöhnerin
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 2. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Miehle, Emil - Alberweiler, Rückkehrer

Geboren am: 2. März 1910
Geburtsort: Alberweiler
Beruf: Müller
Einrichtung: Pflegeanstalt Heggbach, Heilanstalt Schussenried
Datum der Deportation: 25. März 1941 nach Winnental
Sterbedatum: 4. Mai 1988
Todesort: Schussenried

Moosbrugger, August - Unlingen

Geboren am: 22. August 1886
Geburtsort: Unlingen
Beruf: Landesproduktenhändler
Einrichtung: Heilanstalt Zwiefalten
Datum der Deportation: 5. August 1940
Sterbedatum: 5. August 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie
Ehefrau: Janette geb. Plagemann, aus Hamburg
Eltern: Anton Moosbrugger, Landwirt, Unlingen und Sofie geb. Selig

Johannes Angele für einen Artikel in der Schwäbischen Zeitung (Ausgabe vom 26.01.2021):
„Auch für den in Unlingen geborenen August Moosbrugger behauptete die offizielle Todesmeldung er sei in Pirna-Sonnenstein gestorben. Doch er war 5. August 1940 direkt aus Zwiefalten nach Grafeneck in die Gaskammer gebracht worden. August Moosbrugger war während des Ersten Weltkrieges Torpedo-Leutnant, zuletzt im k.u.k.-Hafen in Pola, Istrien. Nach dem Krieg betrieb er ein Landhandelsgeschäft in Riedlingen und handelte bis in die USA. Mit seiner Frau und der 1922 geborenen Tochter lebte Moosbrugger dann in Hamburg. 1928 erkrankte Moosbrugger und wurde in der Heilanstalt Zwiefalten und der Uniklinik Tübingen behandelt. Nach Moosbruggers Tod hielten seine in Hamburg lebende Frau und die Tochter die Verbindung zur Verwandtschaft in Unlingen aufrecht.“

August Moosbrugger war ab dem 27. November 1928 in der Heilanstalt Zwiefalten. Für kurze Zeit war er in der Nervenklinik Tübingen, laut Akte auch zur Malariabehandlung. Ab dem 29. April 1929 erfolgte dann die zweite Aufnahme in Zwiefalten. Am 05. August 1940 erfolgte die Deportation mit anschließender Ermordung in Grafeneck.
August Moosbrugger war 53 Jahre alt.

Die Todesbenachrichtigung wurde vom Standesamt Sonnenstein über Pirna mit dem gefälschten Sterbedatum 20. August 1940 ausgestellt. Der angebliche Todesort war die Lande-Heil und Pflegeanstalt Sonnenstein.

Die Familie hat die Urne von August Moosbrugger angefordert, diese wurde in Unlingen bestattet. Obwohl August Moosbrugger in der Todesnachricht als „glaubenslos“ bezeichnet wurde, hat der Pfarrer die Asche auf dem Friedhof Unlingen am 26. September 1940 beigesetzt.

Erarbeitet von StS, Lebensgeschichte erforscht von R. Schmid aus Unlingen

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 569.
  • Bilder und Unterlagen aus dem Familienarchiv Moosbrugger.
  • Bericht in der Schwäbischen Zeitung, Ausgabe Biberach vom 27.01.2021 Seite 13, „Probelauf für die Tötungsmaschinerie“ mit Kurzbiografien zu Kreszentia Villing, August Moosbrugger und Andreas Wehrle.
  • Lebenslauf erarbeitet von R. Schmid aus Unlingen und veröffentlich in der Mitgliederzeitschrift der Forschergruppe Oberschwaben: Circular Ausgabe Nr. 14 2024

Abbildungen und Bildunterschriften

Müller, Josef - Laupheim

Geboren am: 23. Mai 1924
Geburtsort: Laupheim
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Müller, Mathilde - Laupheim

Geboren am: 1. August 1902
Geburtsort: Laupheim
Beruf: Lehrerin a. D. in Weingarten
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 30. August 1940
Todesort: Grafeneck

Munding, Josefine - Mühlhausen

Geboren am: 16. März 1884
Geburtsort: Mühlhausen
Beruf: Postschaffnerehefrau
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 9. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

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N

Neuburger, Kreszentia - Dürrenwaldstetten

Geboren am: 12. April 1902
Geburtsort: Dürrenwaldstetten
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Niedermaier, Albertine - Offingen

Geboren am: 19. November 1887
Geburtsort: Offingen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. November 1940
Todesort: Grafeneck

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O

Oettinger, Ludwig Israel - Riedlingen

Geboren am: 8. Februar 1888
Geburtsort: Riedlingen
Beruf: Kaufmann
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 26. April 1940
Todesort: Grafeneck

Ott, Elisabeth - Waldhausen

Geboren am: 10. Juni 1893
Geburtsort: Waldhausen
Beruf: 13 – Hausangestellte
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 9. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Ott, Lina - Gutenzell

Geboren am: 19. August 1884
Geburtsort: Gutenzell
Beruf: Dienstmädchen, später Hausfrau
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

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P

Paul, Karl - Dürmentingen, Rückkehrer

Geboren am: 20. Januar 1905
Geburtsort: Dürmentingen
Beruf: Seegrasspinner
Einrichtung: Heilanstalt Zwiefalten
Datum der Deportation: 20. September 1940 aber zurückgestellt
Sterbedatum: 27. April 1943
Todesort: Zwiefalten

Biografie
Eltern: Maximilian Paul, Landwirtschaftspächter in Dürmentingen, und Rosa, geb. Birkenmaier.
Zum Pfleger wurde der Schwager, Wilhelm Class, Oberlandjäger in Obermarchtal, am 27. Februar 1937 bestellt.

Karl Paul war das jüngste von fünf Kindern. Seine schulischen Leistungen waren gut und nach der Schule hat er beim Vater in der Seegrasspinnerei gearbeitet. Ab dem 13. Lebensjahr litt er zunehmend unter epileptischen Anfällen, die für ihn schrecklich waren.
Nach einem Suizidversuch wurde er am 17. Februar 1937 vom behandelnden Arzt des Kreiskrankenhauses Riedlingen in die Heilanstalt Zwiefalten überstellt. Hier arbeitete er anfangs in der Korbflechterei und später gelegentlich im Garten.
Auf Antrag des Zwiefalter Anstaltsleiters beschloss das Amtsgericht Ulm als Erbgesundheitsgericht am 17. September 1937 Karl Paul wegen „erblicher Fallsucht“ unfruchtbar zu machen. Die Sterilisierung erfolgte am 15. November 1937.
Die epileptischen Anfälle häuften sich und Karl Paul zog sich immer mehr in sich zurück.

Auf einer Liste vom 20. September 1940 wurde er von der Direktorin Martha Fauser zur Deportation nach Grafeneck vorgeschlagen, aber offensichtlich zurückgestellt und überlebte die Zeit der Transporte nach Grafeneck. Am 27. April 1943 stirbt Karl Paul während eines epileptischen Anfalls, wie es in der Krankenakte heißt. Sein Leichnam wurde am 28. April 1943 an den Bruder Max Paul, Mechaniker in Dürmentingen, überführt. Karl Paul wurde 38 Jahre alt.

Aus der Zwiefalter Krankengeschichte lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei ermitteln, ob Karl Paul seiner langen und schweren Krankheit erlegen ist oder auf Anweisung der damaligen Ärztlichen Direktorin Martha Fauser durch die Überdosierung von Medikamenten ermordet wurde.

Erarbeitet von BR.

Quellen/Literaturangaben

  • Hauptbücher Zwiefalten, Hauptbuch Männer, Nr. 3344. Archiv ZfP Zwiefalten.
  • Sammlung Krankenakten der nach 1900 geborenen Zwiefalter Patienten. Archiv ZfP Zwiefalten.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 747 Nr. 39.
  • Zu den Krankenmorden in Zwiefalten siehe Rüdenburg, Bodo: Die „Aktion T4“ in Zwiefalten, in: Pretsch, Hermann J. (Hrsg.): „Euthanasie“, Krankenmorde in Südwestdeutschland. Zwiefalten 1996, S. 37-46.
  • Zur Zwiefalter Anstaltsdirektorin Fauser siehe Breucker, Dorothee: Dr. Martha Fauser, eine Ärztin im Nationalsozialismus, in: Pretsch, Hermann J. (Hrsg.): „Euthanasie“, Krankenmorde in Südwestdeutschland. Zwiefalten 1996, S. 115-127.

Abbildungen und Bildunterschriften

Pfundt, Ludwig - Weingarten

Geboren am: 30. Mai 1878
Geburtsort: Weingarten
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 23. August 1940
Todesort: Grafeneck

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R

Rebholz, Amalie Marie - Biberach

Geboren am: 25. April 1881
Geburtsort: Biberach
Beruf: –
Einrichtung: Heilanstalt Winnental, Pflegeanstalt Heggbach
Datum der Deportation: 14. September 1940 Heilanstalt Zwiefalten (Zwischenanstalt)
Sterbedatum: 4. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie
Eltern: Robert Ersing, Konditor und Hochzeitslader in Biberach und Maria Amalie geb. Schirmer aus Uttenweiler.

Amalie Marie Rebholz geb. Ersing wurde in Biberach an der Riß als jüngstes von sieben Kindern in der Weberberggasse 5 geboren. Sie war knapp drei Jahre alt als der Vater starb.
Am 09. Oktober 1905 hat sie in Wiblingen den Bauwerkmeister Karl Rebholz geheiratet. Das Ehepaar lebte in Neuenbürg und bekam zwischen 1907 und 1911 vier Kinder. Am 03. Mai 1912 erfolgte eine erste Aufnahme in die Nervenklinik Tübingen. Das jüngste Kind war gerade ein Jahr alt, das älteste Kind fünf Jahre. Am 28. Juni 1912 wurde sie wieder entlassen. Sie war dann vom 28. Juni 1912 bis 15. August 1912 in der Heilanstalt Winnental. Von dort wurde sie gebessert entlassen. Schon am 14. Oktober 1912 erfolgte eine erneute Aufnahme in die Heilanstalt Winnental. Die Zeit dazwischen mit familiären Problemen ist ausführlich in der Krankenakte beschrieben. Amalie Marie Rebholz blieb bis zur Verlegung am 01. April 1932 in die katholische Pflegeanstalt Heggbach in Winnental. Über die Zeit in Heggbach ist wenig bekannt. Es gibt keine erhaltene Akten. Der geschiedene Ehemann und drei der vier Kinder waren zwischenzeitlich in die USA ausgewandert. Ein Sohn ist in Deutschland geblieben und war Soldat bei der Wehrmacht.
Von der Pflegeanstalt Heggbach kam sie am 30. August 1940 mit einem Transport von insgesamt 75 Personen in die Zwischenanstalt Zwiefalten. Zusammen mit 54 weiteren Kranken wurde sie am 24. September 1940 nach Grafeneck deportiert und am gleichen Tag ermordet.
Amalie Marie Rebholz war 59 Jahre alt.

Eine ausführliche Biografie von Amalie Marie Rebholz geb. Ersing wurde von Stephanie Schosser in Zusammenarbeit mit einer Enkeltochter aus den USA erarbeitet. Veröffentlicht wurde die Biografie in einem Aufsatz in zwei Teilen bei der Forschergruppe Oberschwaben (Mitgliederzeitschrift Circular).
Circular Ausgabe Nr. 11 2023: https://www.forschergruppe-oberschwaben.de/circular-ausgabe-nr-11-2023/
Circular Ausgabe Nr. 12 2023: https://www.forschergruppe-oberschwaben.de/circular-ausgabe-nr-12-2023/

Erarbeitet von StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der Euthanasie-Opfer aus der Pflegeanstalt Heggbach. Gedenkstätte im Kloster Heggbach, Kirche St. Georg.
  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 650.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenakten. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 II Bü 10688 Rebholz, Marie.
  • Sammlung Detlev Naeve, Archiv der Forschergruppe NS-„Euthanasie“-Opferliste aus dem Landkreis Biberach.
  • St. Elisabeth-(Hrsg.): Spur der Erinnerung, Gedenkbuch der 193 Euthanasie-Opfer in Heggbach. Bad Waldsee 2014.

Abbildungen und Bildunterschriften

Rechtsteiner, Karl - Hörenhausen

Geboren am: 8. September 1925
Geburtsort: Hörenhausen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Reck, Josef - Binzwangen

Geboren am: 2. April 1895
Geburtsort: Binzwangen
Beruf: Bierbrauer
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 31. März 1941
Todesort: Hadamar

Riedmüller, Fridolin - Dürmentingen

Geboren am: 15. Juli 1881
Geburtsort: Dürmentingen
Beruf: Heizer (1921), Maschinist (1925), Taglöhner (1935)
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 3. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Ritter, Pauline - Ingerkingen

Geboren am: 24. Juni 1895
Geburtsort: Ingerkingen
Beruf: Haustochter, Damenschneiderin, Nähterin (Näherin)
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 9. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Roser, Wilhelm - Betzenweiler

Geboren am: 12. Juli 1907
Geburtsort: Betzenweiler
Beruf: Dienstknecht
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 24. September 1940
Todesort: Grafeneck

Ruthardt, Heinrich - Biberach

Geboren am: 08. Mai 1892
Geburtsort: Biberach
Beruf: Spüler, Kellner, Hausdiener
Einrichtung: Heilanstalt Weissenau
Datum der Deportation: 13. März 1941 Heilanstalt Weinsberg „Zwischenanstalt“
Sterbedatum: 4. April 1941
Todesort: Hadamar

Biografie
Ehefrau: Hermine Busch in Schömberg (Oberamt Neuenbürg, später Kreis Calw), ein gemeinsamer Sohn
Eltern: Karl Ruthardt, Werkmeister in Biberach, später Oberbahnmeister und Anna Maria geb. Süßmuth

Die Eltern von Heinrich Rudolph Ruthardt haben am 6. Mai 1886 in Biberach geheiratet. In Biberach wurden drei Kinder geboren, Heinrich Ruthardt war das jüngste dieser drei Kinder. Die Familie ist noch im Geburtsjahr von Heinrich Ruthardt nach Heilbronn gezogen. Im Jahr 1912 hat die Familie in Freudenstadt gelebt, der Vater war Oberbahnmeister in Freudenstadt. Heinrich Ruthardt arbeitete später in einem Sanatorium in Schömberg und hat dort auch seine Frau kennengelernt. Im Jahr 1921 hat das Paar geheiratet. Das Ehepaar hatte ein Kind.

Nach der Aufnahme in der Heilanstalt Weissenau im Jahr 1940 hat Heinrich Ruthardt selber zur Anamnese beigetragen: „R gibt an, er sei 1912 schon einmal in der Heilanstalt Pfullingen gewesen, dann 1926 in der Psych. Klinik in Heidelberg und 1928 zur Beobachtung nach einem Unfall in der Nervenklinik Tübingen. 1935 sei er sterilisiert worden. Die Stimmen höre er schon seit seiner 1. Erkrankung 1912, von Zeit zu Zeit weniger und dann wieder stärker.
1921 habe er sich verheiratet, habe einen Sohn, sei mit der Frau immer gut ausgekommen.
1932 habe er eine Lungenentzündung durchgemacht und im letzten Jahre habe er öfters Stechen in der rechten Schulter gehabt.“
Auch von seiner Frau wurde eine ausführliche Beschreibung des Patienten abgegeben.

Heinrich Ruthardt wurde am 05. Januar 1940 in die Anstalt Weissenau aufgenommen. Von dort wurde er am 13. März 1941 in die Anstalt Weinsberg verlegt. Weinsberg war zu diesem Zeitpunkt eine sogenannte „Zwischenanstalt“ für die Tötungsanstalt Hadamar.
Von Weinsberg gelangte Heinrich Ruthardt in einem Transport am 04. April 1941 nach Hadamar. Das Verlegungsdatum nach Hadamar ist als Todesdatum von Heinrich Ruthardt anzusehen. Das offiziell beurkundete Todesdatum ist der 21. April 1941. Heinrich Ruthardt wurde 48 Jahre alt.

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Hadamar ermordeten Menschen, Gedenkstätte Hadamar, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. , Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 699-177.
  • „Euthanasie“-Patientenakten. Bundesarchiv, Bestand R 179 (Kanzlei des Führers, Hauptamt II b)/24823.
  • Stadtarchiv Biberach, Familienregister Band 8, Seite 671-672 (Nachtrag des gemeldeten/gefälschten Todesdatums).
  • Hessisches Hauptstaatsarchiv; Wiesbaden, Deutschland; Personenstandsregister Sterberegister; Signatur: 1975. Sterberegister für zahlreiche Orte im heutigen Hessen. Online bei Ancestry.de.

Abbildungen und Bildunterschriften

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S

Schätzle, Josef Anton - Biberach

Geboren am: 14. Februar 1875
Geburtsort: Biberach
Beruf: Buchbinderlehrling, Buchbinder
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 22. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Scheffold, Anton - Griesingen

Geboren am: 30. April 1888
Geburtsort: Griesingen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Schemperle, Rudolf - Orsenhausen

Geboren am: 1. Juni 1917
Geburtsort: Orsenhausen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Schiedner, Eugenie - Eglofs

Geboren am: 04. Dezember 1889
Geburtsort: Eglofs
Beruf: Dienstmädchen
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 24. September 1940
Todesort: Grafeneck

Schiller, Wilhelm Jakob - Nersingen

Geboren am: 20. Juli 1920 in Nersingen bei Ulm
Geburtsort: Nersingen bei Ulm, Wohnort in Wain Kreis Biberach
Beruf: –
Einrichtung: Anstalt Stetten
Datum der Deportation: 13. September 1940
Sterbedatum: 13. September 1940
Todesort: Grafeneck

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Schlichtherle, Eugen - Laupheim

Geboren am: 27. Dezember 1898
Geburtsort: Laupheim
Beruf: Kaufmann
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 23. August 1940
Todesort: Grafeneck

Schmid, Elisabeth - Erlenmoos

Geboren am: 26. März 1916
Geburtsort: Erlenmoos
Beruf: Bauerntochter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 9. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Schmid, Karl - Altheim (Riedlingen), Rückkehrer

Geboren am: 26. Juli 1908
Geburtsort: Altheim (Riedlingen)
Beruf: Bürstenmacher
Einrichtung: Heilanstalt Zwiefalten
Datum der Deportation: 20. September 1940 aber zurückgestellt
Sterbedatum: 9. Mai 1944
Todesort: Zwiefalten

Biografie
Eltern: Felix Schmid in Altheim und Marie Genovefa, geb. Muckensturm. Als Pfleger wurde Georg Schmid, Maurer in Altheim, bestellt.

Karl Schmid war das zweitälteste von sechs lebenden Kindern, sechs andere waren schon als Kleinkinder verstorben. Nach Angaben des Vaters sei er in der Schule gut mitgekommen, immer ein wenig für sich gewesen und habe viel gelesen. Nach der Schule hat er Müller gelernt. 1927 verunglückte er, dabei zog er sich eine Blutvergiftung zu, und ihm musste im Krankenhaus Sigmaringen ein Bein amputiert werden.
Der Unfall und der Verlust des Beines bereiteten ihm große körperliche und psychische Probleme. Nach einem Suizidversuch war er vom 29. Juli bis August 1936 in der Nervenklinik Tübingen. Wieder zu Hause arbeitete er zunächst in der elterlichen Landwirtschaft und dann als Korb- und Bürstenmacher.
Am 28. November 1937 wurde er wegen seiner psychischen Beschwerden in die Heilanstalt Zwiefalten aufgenommen und erfolgreich mit Insulin behandelt. Um die Entlassung zu ermöglichen, wurde von der Anstaltsleitung ein Verfahren zur Unfruchtbarmachung eingeleitet. Am 20. Juli 1938 wurde Karl Schmid im Riedlinger Kreiskrankenhaus durch Dr. Mißmahl sterilisiert und am 23. August 1938 aus der Heilanstalt Zwiefalten als gebessert entlassen. Am 14. November 1939 wurde er wegen einer erneuten Verschlechterung seines seelischen Zustandes wieder in Zwiefalten aufgenommen. Alle Therapieversuche scheiterten, er wurde immer teilnahmsloser und zog sich ganz in sich zurück.

Auf einer Liste vom 20. September 1940 wurde er von der Direktorin Martha Fauser zur Deportation nach Grafeneck vorgeschlagen, aber offensichtlich zurückgestellt und überlebte die Zeit der Transporte nach Grafeneck. Am 9. Mai 1944 starb Karl Schmid an Lungentuberkulose, wie es in der Krankenakte verzeichnet wurde. An diesem Tag hatte die Ärztliche Direktorin Martha Fauser bereits schriftlich bei den Eltern nachfragen lassen, was im Falle eines zu erwartenden Todes mit dem Leichnam des Sohnes geschehen solle. Der Leichnam wurde dann am 11. Mai 1944 zum Pfleger, Georg Schmid, Maurer in Altheim, überführt. Karl Schmid wurde 35 Jahre alt.

Aus der Zwiefalter Krankengeschichte lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei ermitteln, ob Karl Schmid seiner langen und schweren Krankheit erlag, ein Opfer der kriegsbedingten Unterversorgung war oder auf Anweisung der damaligen Ärztlichen Direktorin Martha Fauser durch die Überdosierung von Medikamenten ermordet wurde.

Erarbeitet von BR.

Quellen/Literaturangaben

  • Hauptbücher Zwiefalten, Hauptbuch Männer, Nr. 3466 u. 3655. Archiv ZfP Zwiefalten.
  • Sammlung Krankenakten der nach 1900 geborenen Zwiefalter Patienten. Archiv ZfP Zwiefalten.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 747 Nr. 39.
  • Zu den Krankenmorden in Zwiefalten siehe Rüdenburg, Bodo: Die „Aktion T4“ in Zwiefalten, in: Pretsch, Hermann J. (Hrsg.): „Euthanasie“, Krankenmorde in Südwestdeutschland. Zwiefalten 1996, S. 37-46.
  • Zur Zwiefalter Anstaltsdirektorin Fauser siehe Breucker, Dorothee: Dr. Martha Fauser, eine Ärztin im Nationalsozialismus, in: Pretsch, Hermann J. (Hrsg.): „Euthanasie“, Krankenmorde in Südwestdeutschland. Zwiefalten 1996, S. 115-127.

Abbildungen und Bildunterschriften

Schrade, Friedrich Eugen - Biberach

Geboren am: 9. März 1922
Geburtsort: Biberach an der Riß
Beruf: –
Einrichtung: Anstalt Stetten
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 12. November 1940
Todesort: Grafeneck

Abbildungen und Bildunterschriften

 

 

Selg, Franz Xaver - Binzwangen

Geboren am: 06. November 1901
Geburtsort: Binzwangen
Beruf: Gastwirt (Bahnhofsrestaurant Ertingen)
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 04. April 1941
Todesort: Hadamar

Selig, Sofie - Unlingen

Geboren am: 10. April 1889
Geburtsort: Unlingen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Selig, Stephan - Moosburg

Geboren am: 31. Dezember 1897
Geburtsort: Moosburg
Beruf: Landwirt
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 18. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Sieger, Walburga - Egesheim, Schwester Maria Konrada in Bonlanden

Geboren am: 18. August 1897
Geburtsort: Egesheim, Kreis Tuttlingen
Beruf: Ordensschwester, Schwester Maria Konrada im Kloster Bonlanden
Einrichtung: Heilanstalt Rottenmünster
Datum der Deportation: 25. September 1940
Sterbedatum: 25. September 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie

Eltern: Konrad Sieger, Maurer in Egesheim Oberamt Spaichingen und Theresia geb. Klaiber

Das Ehepaar Sieger hatte laut Familienregister fünf Kinder. Walburga war das jüngste Kind. Im Register ist Ihr Werdegang in Stichpunkten aufgeführt:

  • Ordensschwester (Schwester Maria Konrada)
  • 1923 Profeß in Bonlanden
  • Kam 1930 als Schwester von Bonlanden nach Rottenmünster
  • Tod 16.10.1940 Grafeneck

Der Vater war schon 1913 verstorben, die Mutter im Jahr 1931. Die Mutter konnte sicherlich noch an der Profeßfeier der Tochter im Jahr 1923 in Bonlanden teilnehmen. Meist waren Familien ja sehr stolz eine Ordensschwester oder einen Priester in der Familie zu haben.

Walburga Sieger wurde am 20. Februar 1932 zum zweiten mal in die Heilanstalt Rottenmünster aufgenommen. Aus dem Familienregister der Eltern ist bekannt, dass Sie 1930 schon einmal in Rottenmünster war, Details dazu sind nicht bekannt. Laut den württ. Patientenblättern war Ihr Wohnort das Kloster Bonlanden, aber der letzte Aufenthaltsort war Riedlingen. Das Kloster Bonlanden hat in Riedlingen seit 1902 das Mädcheninstitut St. Agnes unterhalten. Vermutlich war Walburga Sieger dort beschäftigt, in welcher Funktion ist nicht bekannt. Eine Krankenakte ist leider nicht erhalten, deshalb wissen wir nicht viel über Walburga Sieger.

Walburga Sieger wurde am 25. September 1940 von Rottenmünster nach Grafeneck deportiert. An diesem Tag wurde sie in Grafeneck mit Gas ermordet. Das Sterbedatum 11. Oktober 1940 im Familienregister der Eltern ist das „gefälschte Sterbedatum“. Die Todesnachrichten wurden alle mit falschem Datum, teilweise auch falschem Ort versendet um die Morde zu verschleiern.
Walburga Sieger war 43 Jahre alt.

Erarbeitet von StS

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 810-34.
  • Katholisches Familienregister Egesheim Seite 556: Konrad Sieger und Ehefrau Theres Klaiber mit fünf Kindern.
  • Kloster Bonlanden bei Wikipedia mit Details zur Aussenstelle Riedlingen St. Agnes: https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Bonlanden

Abbildungen und Bildunterschriften

Sigg, Johannes - Bad Schussenried

Geboren am: 1. November 1892
Geburtsort: Bad Schussenried
Beruf: Schneidermeister
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 04. April 1941
Todesort: Hadamar

Sontheimer, August - Rot an der Rot

Geboren am: 12. März 1919
Geburtsort: Rot an der Rot
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 22. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Speth, Leopold - Laupheim

Geboren am: 28. Januar 1891
Geburtsort: Laupheim
Beruf: Dr. jur., Regierungsrat (ab ca. 1925 Regierungsrat a. D.)
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 16. September 1940
Todesort: Grafeneck

Spohn, Fidel - Wilflingen

Geboren am: 19. April 1907
Geburtsort: Wilflingen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 22. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Spohn, Hermann - Wilflingen

Geboren am: 19. April 1907
Geburtsort: Wilflingen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 30. August 1940
Todesort: Grafeneck

Stauss, Clemens - Dürmentingen

Geboren am: 30. August 1874
Geburtsort: Dürmentingen
Beruf: 3 – Landarbeiter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 19. November 1940
Todesort: Grafeneck

Stegmann, Theresia - Erbach

Geboren am: 5. Juni 1882
Geburtsort: Erbach
Beruf: Packerin, Dienstmädchen
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 9. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Stehle, Gottlieb - Schienenhof (Steinhausen)

Geboren am: 9. Januar 1884
Geburtsort: Schienenhof (Steinhausen)
Beruf: Bierbrauer
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 18. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Ströbele, Karl - Reinstetten

Geboren am: 16. September 1898
Geburtsort: Reinstetten
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 20. Mai 1940
Todesort: Grafeneck

Stützle, Magdalena - Achstetten

Geboren am: 16. November 1894
Geburtsort: Achstetten
Beruf: Stütze, Haustochter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 9. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

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U

Unmuth, Xaver - Möhringen

Geboren am: 31. März 1909
Geburtsort: Möhringen
Beruf: 3 – Landarbeiter
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 9. Mai 1940
Todesort: Grafeneck

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V

Villing, Kreszentia - Haslach (Rot an der Rot)

Geboren am: 25. Juli 1894
Geburtsort: Haslach (Rot an der Rot)
Beruf: Hausfrau und Näherin
Einrichtung: Heilanstalt Weissenau
Datum der Deportation: 10 Juni 1940
Sterbedatum: 10. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie
Ehemann: Karl (auch Fritz) Villing aus Tannheim
Eltern: Alois Mönig aus Haslach und Kreszentia geb. Häusle

Johannes Angele für einen Artikel in der Schwäbischen Zeitung (Ausgabe vom 26.01.2021):
„Kreszentia Mönig aus Haslach und Karl Villing aus Tannheim heiraten 1921 und haben 5 Kinder. 1929 stirbt Karl Villing bei einem Unglücksfall. Ein paar Jahre später erkrankt Kreszentia und wird dann in der Heilanstalt Weissenau betreut. Im Juli 1940 erhält ihr Bruder ein Schreiben aus Grafeneck, dass seine Schwester ‚plötzlich und unerwartet infolge einer Hirnhautentzündung verstorben ist‘. Die Familie akzeptiert das Angebot aus Grafeneck, die Urne nach Tannheim zu schicken, wo sie im Grab von Karl Villing beigesetzt wird. Ob sich darin aber wirklich die Asche der Kreszentia befand ist allerdings fraglich. Kreszentia wird auch auf dem Grabstein des Familiengrabes genannt.“

Kreszentia Villing war vom 20. Januar 1931 bis zur Deportation am 10. Juni 1940 in der Heilanstalt Weissenau. Die erste Aufnahme dort war am 11. November 1930, sie wurde am 20. Dezember 1930 gebessert nach Hause entlassen. Als psychische Einflüsse bei der ersten Aufnahme wurde der „Unfalltod des Mannes“ in der Patientenkartei aufgeführt.
Das Austrittsdatum 11. November 1940 ist weder in der Patientenakte aus dem Bundesarchiv noch in der württembergischen Patientenkartei genannt. Die Patientenakte ist detailliert, aber es sind keine persönlichen Dokumente wie Briefwechsel oder ähnliches vorhanden.

Am. 10 Juni 1940 wurde Kreszentia Villing nach Grafeneck deportiert und ermordet. Sie wurde 45 Jahre alt.

Im November 1941 ist der Sohn von Kreszentia Villing als Soldat im 2. Weltkrieg gefallen. Die Mutter durfte nicht leben aber der Sohn sollte „dem Führer dienen“.

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 888.
  • „Euthanasie“-Patientenakten. Bundesarchiv, Bestand R 179 (Kanzlei des Führers, Hauptamt II b)/24609.
  • Bilder und Unterlagen aus dem Familienarchiv Villing.
  • Bericht in der Schwäbischen Zeitung, Ausgabe Biberach vom 27.01.2021 Seite 13, „Probelauf für die Tötungsmaschinerie“ mit Kurzbiografien zu Kreszentia Villing, August Moosbrugger und Andreas Wehrle.

Abbildungen und Bildunterschriften

Vogel, Maria - Biberach

Geboren am: 27. April 1911
Geburtsort: Biberach
Beruf: ohne Beruf, Zögling
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 1. August 1940
Todesort: Grafeneck

Volz, Anton - Laupheim

Geboren am: 5. Februar 1904
Geburtsort: Laupheim
Beruf: Kaufmann
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 5. Dezember 1940
Todesort: Grafeneck

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W

Wagner, Rosina - Friedingen

Geboren am: 25. März 1867
Geburtsort: Friedingen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. November 1940
Todesort: Grafeneck

Waibel, Josefine - Ummendorf

Geboren am: 13. Januar 1903
Geburtsort: Ummendorf
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 27. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Walter, Ludwig - Baustetten

Geboren am: 4. Januar 1882
Geburtsort: Baustetten
Beruf: Schuhmacher
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 18. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

Wandel, Oswald - Biberach

Geboren am: 3. März 1889
Geburtsort: Biberach
Beruf: Mechaniker
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 23. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Weckenmann, Sebastian - Ellmannsweiler

Geboren am: 12. März 1923
Geburtsort: Ellmannsweiler
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 11. September 1940
Todesort: Grafeneck

Wehrle, Andreas - Unteropfingen (Kirchdorf)

Geboren am: 17. Februar 1887
Geburtsort: Unteropfingen (Kirchdorf)
Beruf: Bauer
Einrichtung: Heilanstalt Weissenau
Datum der Deportation: 27. Mai 1940
Sterbedatum: 27. Mai 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie
Eltern: Josef Wehrle, Landwirt in Unteropfingen und Viktoria geb. Ritter

Andreas war das elfte von zwölf Kindern der Familie. Sieben der Kinder sind früh verstorben. Auf einem Familienfoto sind die fünf Kinder und die Eltern dargestellt, aufgenommen um 1900.

Johannes Angele für einen Artikel in der Schwäbischen Zeitung (Ausgabe vom 26.01.2021):
„Der 1887 geborene Andreas Wehrle aus Unteropfingen galt in der Schule als hochintelligent, wollte aber nicht auf eine höhere Schule gehen. Später erkrankte er psychisch und kam in die ‚Heil- und Pflegeanstalt‘ Weißenau bei Ravensburg. Die Familie bleib im Kontakt mit ihm. Sein Bruder Konrad sagte immer wieder, er werde den Andreas da rausholen, wenn der Krieg vorbei sei.
Am 27. Mai 1940 starb Andreas in der Gaskammer von Grafeneck. Am 11. Februar 1941 wurde eine Urne mit angeblich seiner Asche auf dem Friedhof in Kirchdorf beigesetzt. Andreas ist auf dem Stein des Familiengrabes aufgeführt.“

Andreas Wehrle wurde insgesamt 4 x in die Heilanstalt Weissenau aufgenommen, der erste Aufenthalt war zwischen 28. Juli 1909 und 8. März 1911, dort wurde als geheilt entlassen. Zwei weitere Aufenthalte in der Heilanstalt in den Jahren 1925 und 1926 waren nur von kurzer Dauer. Am 01. November 1926 erfolgte die 4. Aufnahme in die Heilanstalt Weissenau. Die Patientenakte von Andreas Wehrle ist nicht erhalten, deshalb kennen wir keine Details zu der langen Zeit in der Heilanstalt.
Andreas Wehrle wurde am 27. Mai 1940 nach Grafeneck deportiert und ermordet.
Er war 53 Jahre alt.

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 920.
  • Bilder und Unterlagen aus dem Familienarchiv Wehrle.
  • Bericht in der Schwäbischen Zeitung, Ausgabe Biberach vom 27.01.2021 Seite 13, „Probelauf für die Tötungsmaschinerie“ mit Kurzbiografien zu Kreszentia Villing, August Moosbrugger und Andreas Wehrle.

Abbildungen und Bildunterschriften

Weiss, August - Ochsenhausen

Geboren am: 23. November 1893
Geburtsort: Ochsenhausen
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 4. November 1940
Todesort: Grafeneck

Weiss, Mathilde - Langenenslingen

Geboren am: 20. Dezember 1896
Geburtsort: Langenenslingen
Beruf: Fabrikarbeiterin / Feldarbeiterin
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 12. Dezember 1940
Todesort: Grafeneck

Welser, Fanny - Laupheim

Geboren am: 6. November 1896
Geburtsort: Laupheim
Beruf: Fabrikarbeiterin / Dienstmädchen
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 12. Dezember 1940
Todesort: Grafeneck

Welte, Franziska - Reichenbach

Geboren am: 10. September 1909
Geburtsort: Reichenbach
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 30. August 1940
Todesort: Grafeneck

Welte, Johann Georg - Reichenbach

Geboren am: 8. Dezember 1913
Geburtsort: Reichenbach
Beruf: –
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 22. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Wiedenmann, Wilhelm - Josenhof (Eberhardzell)

Geboren am: 19. November 1907
Geburtsort: Josenhof (Eberhardzell)
Beruf: –
Einrichtung: Heil- und Pflegeanstalt Liebenau, Heilanstalt Schussenried (Zwischenanstalt)
Datum der Deportation: 22. Juli 1940
Sterbedatum: 22. Juli 1940
Todesort: Grafeneck

Biografie
Eltern: Wiedenmann Franz Xaver, Bauer auf dem Josenhof bei Eberhardzell und Anna Maria geb. Brax.

Wilhelm war das älteste Kind seiner Eltern. Seine Mutter verstarb als er drei Jahre alt war. In der 2. Ehe seines Vaters wurden weitere sieben Kinder geboren. Vier Kinder der Familie waren jung verstorben, drei Söhne sind gefallen/vermisst/durch Kriegskrankheit verstorben. Ein Bruder blieb ledig, die Schwester Kreszenz verheiratete Denzel hat den elterlichen Hof übernommen.

Wilhelm Wiedenmann war seit dem 30. Juni 1938 in der Heil- und Pflegeanstalt Liebenau. Von dort wurde er am 01. Juli 1940 in die Heilanstalt Schussenried verlegt. Schussenried agierte als Zwischenanstalt bei den Patientenverlegungen im Zuge der Aktion T4. Am 22. Juli 1940 wurde er nach Grafeneck deportiert und dort ermordet.
Wilhelm Wiedenmann wurde 32 Jahre alt.

Johannes Angele für einen Artikel in der Schwäbischen Zeitung:
„Dass Wilhelm Wiedenmann vom Josenhof bei Eberhardzell auch in Grafeneck in der Gaskammer starb, ist in der Familie Wiedenmann/Denzel durchaus bekannt. Nach Erhalt der Todesnachricht aus Grafeneck schrieb die Mutter an die Heil- und Pflegeanstalt Liebenau ‚…Angegeben wurde Grippe mit Hirnhautentzündung. Der Tod sei für ihn eine Erlösung gewesen. Die Leiche wurde verbrannt. Die Asche wollen wir nicht holen. Die Leiche hätten wir geholt….‘. An den Formulierungen ist zu erkennen, dass die Mutter diesen Aussagen nicht geglaubt hatte, aber vorsichtig formulieren wollte, um nicht mit dem Regime Schwierigkeiten zu bekommen. Pfarrer Häring schrieb zu Wilhelm Wiedenmanns Tod in seiner nichtöffentlichen Pfarrchronik: ‚Ein Opfer des ‚Nationalsozialismus‘.“

Erarbeitet von BR, StS und + Johannes Angele

Quellen/Literaturangaben

  • Namensbuch der in Grafeneck ermordeten Menschen, Gedenkstätte Grafeneck, Dokumentationszentrum.
  • Sammlung Schussenried: Verlegungslisten. Archiv ZfP Bad Schussenried, Teil II, Aufstellung Nr. 1247, Liste A). Männer, Bl. 9) und Bl. 10), die am „1. Juli 1940 aus der Anstalt Liebenau in die HA Schussenried versetzt“ und am 22.07.1940 deportiert wurden (73).
  • Friedel, Josef H.: Gegen das Vergessen, die NS-Verbrechen an Menschen der Stiftung Liebenau, Teil 1: Dokumente zum Euthanasiegeschehen. Meckenbeuren 2009.
  • Friedel, Josef H.: Gegen das Vergessen, die NS-Verbrechen der Euthanasie an Menschen der Stiftung Liebenau. Meckenbeuren 2018. Hier besonders: Die Liebenauer Euthanasie-Opfer, S. 43-57.
  • Familienrachiv Wiedenmann Eberhardzell – Familienbild.
  • Bericht in der Schwäbischen Zeitung, Ausgabe Biberach vom 19.02.2021, Seite 14, über Wilhelm Wiedenmann und Benedikt Kramer: „Zwei weitere Opfer erhalten ein Gesicht“.

Abbildungen und Bildunterschriften

Wiedmann, Anna - Ellmannsweiler

Geboren am: 29. August 1897
Geburtsort: Ellmannsweiler
Beruf: ohne
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 2. Oktober 1940
Todesort: Grafeneck

Wörz, Johannes - Untersulmetingen

Geboren am: 14. Dezember 1890
Geburtsort: Untersulmetingen
Beruf: Käser
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 18. Juni 1940
Todesort: Grafeneck

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Z

Zell, Johannes - Ingerkingen

Geboren am: 23. August 1880
Geburtsort: Ingerkingen
Beruf: Dienstknecht
Einrichtung:
Datum der Deportation:
Sterbedatum: 23. August 1940
Todesort: Grafeneck

Zoll, Andreas - Altheim (Riedlingen), Rückkehrer

Geboren am: 5. Februar 1906
Geburtsort: Altheim (Riedlingen)
Beruf: Taglöhner
Einrichtung: Heilanstalt Zwiefalten
Datum der Deportation: 20. September 1940 aber zurückgestellt
Sterbedatum: 7. Mai 1945
Todesort: Zwiefalten

Biografie
Eltern: Franz Xaver Zoll, Taglöhner, und Antonie geb. Maier, aus Altheim.

Andreas Zoll war das neunte Kind in der Familie, er hatte zehn Geschwister, vier Brüder und sechs Schwestern. Hier lebte er wohl ohne regelmäßige Arbeit bis zu seiner Aufnahme in die Heilanstalt Zwiefalten.

Wegen heftiger Angstzustände hatte ihn der Altheimer Bürgermeister mit einem Polizeidiener am 15. Februar 1935 nach Zwiefalten gebracht. Am 20. Dezember 1936 wurde er „beurlaubt“, am 23. Dezember gleich wieder aufgenommen. Er arbeitete anfangs gelegentlich in der Gärtnerei, aber wegen der Zunahme seiner Angst- und Erregungszustände verließ er immer weniger sein Krankenzimmer.
Um die Voraussetzung für die Beurlaubung am 20. Dezember 1936 zu schaffen, hatte die Zwiefalter Anstaltsleitung am 31. Oktober 1936 beim Staatlichen Gesundheitsamt für die Kreise Riedlingen und Ehingen den Antrag auf Unfruchtbarmachung gestellt. Aus der Krankengeschichte geht aber nicht hervor, wann sie erfolgte.
Am 20. September 1940 wurde Andreas Zoll auf einer Liste der Direktorin Martha Fauser zur Deportation nach Grafeneck vorgeschlagen, aber offensichtlich zurückgestellt, und er überlebte die Zeit der Transporte nach Grafeneck.

Andreas Zoll starb am 7. Mai 1945 an „Lungentuberkulose“, wie in der Krankenakte vermerkt wurde. Er wurde 39 Jahre alt und auf dem Zwiefalter Anstaltsfriedhof bestattet.
Heute lässt sich nicht mehr zweifelsfrei ermitteln, ob er seinem langen und schweren Leiden erlag, ein Opfer der kriegsbedingten Unterversorgung war oder auf Anweisung der damaligen Ärztlichen Direktorin Martha Fauser durch die Überdosierung von Medikamenten ermordet wurde.

Erarbeitet von BR.

Quellen/Literaturangaben

  • Hauptbücher Zwiefalten, Hauptbuch Männer, Nr. 3154 u. 3322. Archiv ZfP Zwiefalten
  • Sammlung Krankenakten der nach 1900 geborenen Zwiefalter Patienten. Archiv ZfP Zwiefalten
  • Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenblätter. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 235 III Bü 982
  • Zu den Krankenmorden in Zwiefalten siehe Rüdenburg, Bodo: Die „Aktion T4“ in Zwiefalten, in: Pretsch, Hermann J. (Hrsg.): „Euthanasie“, Krankenmorde in Südwestdeutschland. Zwiefalten 1996, S. 37-46.
  • Zur Zwiefalter Anstaltsdirektorin Martha Fauser siehe Breucker, Dorothee: Dr. Martha Fauser, eine Ärztin im Nationalsozialismus, in: Pretsch, Hermann J. (Hrsg.): „Euthanasie“, Krankenmorde in Südwestdeutschland. Zwiefalten 1996, S. 115-127.

Abbildungen und Bildunterschriften

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